Franz von Sales

Als Franz von Sales (1567-1622), Spross einer französischen Adelsfamilie, in Paris studierte, steckte nicht nur die katholische Kirche um ihn herum in einer tiefen Krise. Auch Franz fühlte sich hilflos: Der Student zweifelte so sehr an Gottes Barmherzigkeit, dass er sogar körperlich krank wurde. 1587 vertraute er im Gebet sein ganzes Leben Gott an und überwand so seine Krise. Von da an prägte ihn ein unerschütterlich positives Gottes- und Menschenbild. Sechs Jahre später wurde Franz zum Priester geweiht und erhielt den Auftrag, den reformiert gewordenen Teil der Diözese Genf zu rekatholisieren. Die lokalen Machthaber stellten es unter Strafe, seine Predigten anzuhören, woraufhin Franz von dem damals neuen Medium des Flugblattes Gebrauch machte. Sein verständlicher wie respektvoller Stil hatte Erfolg und innerhalb weniger Jahre war die Region wieder katholisch. 1602 wurde er zum Fürstbischof von Genf ernannt. Neben seiner Predigttätigkeit und seiner Bildungsarbeit war Franz besonders für seine geistliche Begleitung bekannt. Sein Buch "Anleitung zu einem frommen Leben" gehört bis heute zu den meistgelesenen Werken der christlichen Weltliteratur.

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Gebet des Tages

Es ist der Sinn des menschlichen Seins,
dass in ihm Himmel und Erde,
Gott und Schöpfung sich vermählen sollen:
aus den Stoffen der Erde ist
der menschliche Leib gebildet;
er ist geeint und gestaltet durch die Seele,
die als geistig-persönliches Wesen
Gott näher steht als alle unpersönlichen
Gebilde und zur Vereinigung mit ihm fähig ist.

(Edith Stein)

Hebr 7, 25 - 8, 6

Lesung aus dem Hebräerbrief

Schwestern und Brüder!

Jesus kann die, die durch ihn vor Gott hintreten, für immer retten; denn er lebt allezeit, um für sie einzutreten. Ein solcher Hoherpriester war für uns in der Tat notwendig: einer, der heilig ist, unschuldig, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel; einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst dargebracht hat.

Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohenpriestern, die der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber, der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig vollendet ist.

Die Hauptsache dessen aber, was wir sagen wollen, ist: Wir haben einen Hohenpriester, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel gesetzt hat, als Diener des Heiligtums und des wahren Zeltes, das der Herr selbst aufgeschlagen hat, nicht etwa ein Mensch.

Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen; deshalb muss auch unser Hoherpriester etwas haben, was er darbringen kann. Wäre er nun auf Erden, so wäre er nicht einmal Priester, da es hier schon Priester gibt, die nach dem Gesetz die Gaben darbringen.

Sie dienen einem Abbild und Schatten der himmlischen Dinge, nach der Anweisung, die Mose erhielt, als er daranging, das Zelt zu errichten: Sieh zu, heißt es, dass du alles nach dem Urbild ausführst, das dir auf dem Berg gezeigt wurde.

Jetzt aber ist ihm ein umso erhabenerer Priesterdienst übertragen worden, weil er auch Mittler eines besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist.

 

Mk 3, 7-12

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen Jüngern an den See zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat.

Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde. Denn er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.

Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.