Papst-Arzt Margaritora: Leo XIV. war ein idealer Patient
Papstchirurg Stefano Margaritora ist mit seinem berühmten Patienten mehr als zufrieden. "Papst Leo war ein idealer Patient. Ich sage das nicht aus Schmeichelei, aber er war wirklich ein Patient, der dem Team, das sich um ihn kümmerte, nicht das geringste Problem bereitete", sagte Margaritora in einem Interview mit "Vatican News" (Samstag). "Immer gelassen, immer lächelnd, kaum Klagen angesichts von Schmerzen, die ein Mensch trotz aller Maßnahmen sicherlich empfindet." Papst Leo habe alle Anweisungen zur Ernährung und zur Physiotherapie befolgt. "Er ist wieder auf die Beine gekommen und hat immer sogar ein bisschen mehr getan, als von ihm verlangt wurde."
Am zweiten Tag nach der Operation habe das medizinische Personal sich gerade umgedreht, als der Papst die Stühle in der Kapelle zurechtgerückt habe. "Wir sagten zu ihm: 'Heiliger Vater, das übernehmen wir.' Und er: 'Macht nichts, ich schaffe das, ich mache es.' Was soll ich also sagen? Er war wirklich ein absolut idealer Patient."
Papst Leo XIV. habe sich bei seiner Entlassung am Samstag in einem "absolut zufriedenstellenden klinischen Zustand" befunden. "Seine Blutwerte waren völlig normal, und die Herzfunktion war in Ordnung. Die Wiederausdehnung der Lunge nach der Operation verläuft im normalen Zeitrahmen." Der Papst habe sich "im Rahmen seiner postoperativen Genesung mit Leib und Seele eingesetzt, wie es die motiviertesten Menschen nach solchen Operationen tun".
Margaritora prognostizierte, der Papst könne in rund zehn Tagen wieder vollständig genesen sein. Angesprochen auf die bevorstehende Südamerika-Reise des Kirchenoberhaupts sagte er: "Was eine lange Reise mit Flugverbindungen betrifft, die in etwa drei Wochen stattfinden soll, würde ich sagen, dass es keine medizinischen Gründe gibt, warum diese Reise nicht stattfinden sollte."
Den Moment, einen Papst zu operieren, bezeichnete der Thoraxchirurg als "ein tiefes Erlebnis, das ich gar nicht in Worte fassen kann". "Natürlich hat man es mit einem Menschen zu tun – denn der Papst ist letztendlich auch nur ein Mensch –, aber man weiß ganz genau, dass er kein gewöhnlicher Mensch ist." Papst Leo habe ein solches Charisma, das es ohnehin unmöglich sei, ihn als einen gewöhnlichen Menschen zu betrachten. Er wisse, dass im Moment der Operation "alle Augen der Welt" auf ihn gerichtet gewesen seien.
Der Medizinier schilderte, dass der Lungentumor völlig zufällig bei einer Routineuntersuchung des Bauchraums festgestellt worden sei. Die Erfahrung des Papstes könne daher lehren, dass Vorsorgeuntersuchungen wichtig seien. "Es wäre daher wichtig, dass sich die Bevölkerung, insbesondere die Risikogruppen, regelmäßig vorbeugenden Vorsorgeuntersuchungen unterzieht, und das nicht nur in Bezug auf andere Krebsarten, für die es Massen-Screenings gibt – wie Brust- oder Darmkrebs – sondern auch auf Lungenkrebs", sagte Margaritora.