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Wie ordne ich mein Leben? Glaube.Leben.

Wir erhoffen uns von To-do-Listen einen Überblick über unsere Aufgaben. Doch diese Listen sind häufig nur eins: "Friedhöfe" für wichtige Aufgaben. Wie kann ich mein Leben ordnen und die wichtigen von den weniger wichtigen Dingen unterscheiden?

Video im Wortlaut

Das Gefühl gestresst zu sein, den Dingen nur noch hinterherzulaufen und einfach keine Kraft mehr zu haben, das Gefühl ist, wahrscheinlich jedem von uns vertraut. Die Frage ist doch, gibt es eigentlich eine Möglichkeit aus diesem Hamsterrad langfristig und dauerhaft rauszukommen?

Statt allen Gelegenheiten hinterherzurennen, müsste es doch darum gehen, die Wichtigen von den weniger Wichtigen zu unterscheiden. Damit ich die besten Chancen meines Lebens eben nicht verpasse. Für mich gibt es da eine sehr erhellende Geschichte in den Evangelien: Nämlich als Jesus bei seinen besten Freunden zu Besuch ist und Martha und Maria, die zwei unterschiedlichen Optionen an den Tag legen, die uns zur Verfügung stehen. Maria setzt sich zu den Füssen Jesu und genießt die Zeit mit ihm. Martha allerdings ist darauf bedacht in der Küche alles vorzubereiten und alles zu tun, damit Jesus eine gute Zeit hat.

Und sie beschwert sich am Ende dennoch darüber, dass ihr die faule Maria nicht hilft. Und Jesus macht ihr daraufhin in aller Deutlichkeit klar, dass in diesem Moment, wo er da ist, nur eine Sache entscheidend ist, nämlich die Zeit mit ihm zu genießen. Und sie nicht verstreichen zu lassen für vollkommen zweitrangige Dinge, wie die Frage; was essen wir denn jetzt. Und wie kann das im Leben gelingen, den Fokus nicht zu verlieren für die Dinge, auf die es in diesem Leben wirklich ankommt? Und unser Herz und unsere Intuition, die machen uns eigentlich relativ verlässlich deutlich, was wirklich wichtig ist. Das Problem allerdings ist doch, dass wir tagtäglich darauf bedacht sind unsere To-do-Liste abzuarbeiten und dem Termin zu genügen die in unserem Kalender auftauchen. Die sind entscheidend! Und dann am Ende des Tages haben wir keine Kraft mehr, sammeln uns auf dem Sofa und schauen maximal noch Netflix und Amazon Prime. 

Und wenn der Frust allzu groß ist, dann muss der Burger oder die Eiscreme noch herhalten. Aber ist es das: Den Frust zu kompensieren, den Frust darüber zu kompensieren, dass ich verliere, worauf es wirklich ankommt im Leben? Und wenn der Kalender und die To-do-Liste doch so ein wirksames Instrument sind, warum nutzen wir sie dann nicht wieder, für das, wofür sie eigentlich gedacht sein sollten? Die Frage im Laufe einer Woche muss doch nicht sein, was habe ich alles zu erledigen und wem muss ich alles genügen! Die Frage müsste doch viel mehr sein, wohin will ich mich entwickeln? Wie komme ich in dieser Woche dem einen Schritt näher, was mir wirklich wichtig ist? Und alles was dafür zu tun ist, das sollte doch als erstes seinen Weg in meinen Terminkalender finden! Also müssten doch in meinem Kalender die Zeiten für Erholung, für Ruhe, für Pausen und für die Dinge, die mir wirklich am Herzen liegen, doch als erstes seinen Platz finden. Und ich bin der festen Überzeugung, dass dann die Phasen von tiefer Erschöpfung, von ausgelaugt sein und von gehetzt sein, deutlich reduzierter werden, weil ich im Blick behalte worauf es wirklich ankommt.

Im Video-Format "Glaube.Leben." beantwortet Christian Olding Fragen, die sich jeder irgendwann mal stellt. In dieser Folge stellt Pastor Olding sich der Frage der Selbstbestimmung. Die  katholisch.de-Serie will Orientierung für das eigene Leben mit dem Glauben geben. Aus seiner persönlichen und beruflichen Erfahrung heraus, nimmt Christian Olding den Zuschauer an die Hand. Dabei bedient er sich in gewohnter Manier klarer Worte und Bilder. Jeden zweiten Dienstag erscheint eine neue Folge auf katholisch.de und in unserem Youtube-Kanal.