Franziskus ermahnt Priester

Die Beichte ist weder Folterkammer noch Verhör - daran erinnerte Papst Franziskus jetzt alle Priester. Eine Tugend hält er bei den Seelsorgern für besonders wichtig.

Heiliges Jahr | Vatikan - 30.04.2016

Papst Franziskus hat eindringlich gemahnt, Wege der Versöhnung auch innerhalb der Kirche offenzuhalten. Die Kirche könne und müsse die "aufrichtige Rückkehr" eines jeden unterstützen, der die Sehnsucht Gottes spüre, sagte der Papst bei einer Generalaudienz zum Heiligen Jahr am Samstag in Rom.

"Niemand darf wegen von Menschen aufgestellten Hindernissen von Gott fern bleiben", so Franziskus. Auf die Situation von wiederverheirateten Geschiedenen, die aus kirchenrechtlicher Sicht in einer offenkundigen schweren Sünde verharren und deshalb von den Sakramenten ausgeschlossen sind, ging er nicht ein.

Franziskus: Beichte ist kein Verhör

Die Priester mahnte Franziskus direkt: "Stellt bitte keine Hürden auf für Menschen, die sich mit Gott versöhnen wollen!" Eine Beichte sei "weder eine Folterkammer noch ein Verhör". Seelsorger hätten "gefügige Werkzeuge des Heiligen Geistes" zu sein und der Barmherzigkeit Gottes zu dienen, betonte er.

Zugleich rief der Papst zu Versöhnung auch in anderen Lebensbereichen auf, etwa in Familien und zwischenmenschlichen Beziehungen, aber auch zwischen Kirchen und Staaten. Versöhnung sei letztlich "ein Dienst am Frieden, für die Anerkennung der fundamentalen Menschenrechte, für Solidarität und Aufnahmebereitschaft für alle".

20.000 in Uniform

Die Generalaudienz richtete sich besonders an Mitglieder der Streitkräfte und der Polizei, die an diesem Wochenende zu einer Heilig-Jahr-Wallfahrt nach Rom eingeladen waren. Rund 20.000 der 60.000 Audienzbesucher erschienen in Uniformen internationaler Militär- und Polizeieinheiten. (KNA)

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Vom 8. Dezember 2015 bis zum 20. November 2016 findet das von Papst Franziskus ausgerufene "Heilige Jahr der Barmherzigkeit" statt. Diese Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zum Heiligen Jahr.

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