Schönborn kritisiert "verhärtete Herzen"

In seiner Eröffnungsrede zum Europäischen Apostolischen Kongress kritisierte Kardinal Schönborn die Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen. Außerdem ging er auch auf das offizielle Schlussdokument der Familiensynode ein.

Familiensynode | Rom - 01.04.2016

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat eine in Europa vorherrschende Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen kritisiert. Statt wenigstens einen Teil der Flüchtlinge aufzunehmen, sei Europa vornehmlich um Abschottung bemüht, sagte Schönborn am Donnerstag in seiner Eröffnungsrede zum Europäischen Apostolischen Kongress der Barmherzigkeit vor rund 150 Teilnehmern in der römischen Kirche Sant' Andrea della Valle.

Der Kardinal prangerte zudem an, dass die Christenverfolgung weltweit zugenommen habe. "Das Gegenteil der Barmherzigkeit ist die Verhärtung des Herzens. Das erleben wir grade in Europa", sagte Schönborn, der als Präsident den Rat des Apostolischen Weltkongresses leitet und sich jüngst drei Tage im Irak aufgehalten hatte. Dort hatte er unter anderem mehrere Flüchtlingslager besucht und die Hilfe der Christen gegenüber muslimischen Flüchtlingen als "konkrete Beispiele gelebter Barmherzigkeit" gelobt. Verhärtete Herzen hingegen führten zu Gleichgültigkeit gegenüber anderen und zum "Verlust der Menschlichkeit".

Schönborn warnte zugleich vor Rechtfertigungsversuchen und Egoismus. Wichtige Voraussetzungen, um von begangenen Sünden erlöst zu werden, seien Wahrheit, Reue und der Wille zur Umkehr.

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Der Wiener Kardinal ging auch auf das offizielle Schlussdokument der Weltbischofssynode zur Familie ein, das am 8. April veröffentlicht werden soll. Schönborn wird das päpstliche Schreiben mit dem Titel "Amoris laetitia" ("Freude der Liebe") bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem Generalsekretär der Synode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, vorstellen. In dem Papier sei unter anderem auch die Verhärtung der Herzen innerhalb der Familie ein Thema, sagte Schönborn.

Viele Erwartungen sind an die Veröffentlichung des Schlussdokumentes geknüpft: Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erhofft sich von dem Schreiben Reformimpulse für das kirchliche Leben. Derzeit gebe es eine "unglaubliche Diskrepanz" zwischen kirchlicher Lehre und dem Leben vieler Christen, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg am Donnerstag in Bonn. Er sprach sich in diesem Zusammenhang für die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zum Kommunionempfang aus. (jhe/KNA)

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