"Von Lagern ist nichts zu merken"

Die von vielen erwartete Konfrontation sei auf der Synode nicht zu spüren, sagt der Theologe Thomas Schirrmacher. Der Deutsche nimmt als Vertreter der Evangelischen Allianz als Gast an der Synode teil. Die Debatte würde sehr offen geführt.

Familiensynode | Rom - 09.10.2015

Bei der Familiensynode in Rom gibt es nach Ansicht des deutschen Teilnehmers Professor Thomas Schirrmacher nicht die von vielen erwartete Konfrontation. "Von Lagern würde ich nicht sprechen, davon ist nichts zu merken", sagte Schirrmacher, der als Präsident der theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz an der Synode teilnimmt, der Deutschen Presse-Agentur.

"Der Streit, den viele erwartet haben, der findet so nicht statt", sagte Schirrmacher. Konservative und Reformer hätten vielmehr Verständnis für die jeweils andere Position. Der Theologe, der bei der Synode die Evangelikalen vertritt, lobte die offene Diskussion. "Papst Franziskus verhält sich wie jeder andere Delegierte, und das färbt auf die gesamte Diskussion und den Umgang untereinander ab", sagte er. Der Papst habe bei der Synode noch keine Minute gefehlt und höre oft stundenlang den Gesprächen zu.

"Dass überhaupt ein Papst die Bischöfe einlädt, in dieser Breite zu diskutieren, das hat es noch nie gegeben", ergänzte Schirrmacher. Eine Änderung der Lehre der katholischen Kirche erwartet er von der Synode jedoch keinesfalls. "Das hat der Papst ausgeschlossen", sagte Schirrmacher. Stattdessen werde es seiner Ansicht nach Möglichkeiten zur Vereinfachung und vor allem ein starkes Zurückverweisen vieler Themen an die Bischöfe vor Ort geben. (dpa)

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