Taufe

Vom Einzug bis zum Abschiedssegen

Die Tauffeier in der Kirche

Bonn - 01.08.2013

Die Taufe ist das erste große Fest im Leben eines Kindes. Besonders feierlich geht es dabei in der Kirche zu. Was müssen Eltern und Paten über den Ablauf wissen? Wie können sie sich einbringen und die Feier mitgestalten? In den meisten Fällen findet die Kindertaufe als eigener Taufgottesdienst – oft als Gemeinschaftstaufe mehrerer Kinder - statt, zuweilen aber auch innerhalb der sonntäglichen Eucharistiefeier. Sie besteht aus drei Teilen:

1. Eröffnung

Der Pfarrer begrüßt die Festgemeinde. Er fragt die Eltern, welchen Namen sie ihrem Kind gegeben haben und was sie von der Kirche für ihr Kind erbitten. Die Eltern antworten: "Die Taufe". Eltern und Paten werden gefragt, ob sie bereit sind, das Kind im Glauben zu erziehen. Sie antworten: "Ich bin bereit." Zuerst zeichnet der Pfarrer dem Täufling ein Kreuz auf die Stirn, anschließend die Eltern und Paten, vielleicht auch andere Familienangehörige, zum Beispiel Großeltern und Geschwister. Der Eröffnungsteil wird mit einem Gebet abgeschlossen. Dies können nach Absprache mit dem Pfarrer auch Eltern oder Paten sprechen. Beispiele finden Sie im Beitrag Ideenkiste dieses Dossiers.

2. Wortgottesdienst

Der Pfarrer – vielleicht auch ein Elternteil oder ein Pate - liest einen Text aus der Bibel vor. Gut eignen sich: Die Taufe Jesu (Markus 1,9-11); Die Segnung der Kinder (Markus 10,13-16); Der Auftrag des Auferstandenen (Matthäus 28,18-20). Nun hält der Pfarrer seine Ansprache. Falls Sie einen Taufspruch für Ihr Kind ausgesucht haben, könnte er ihn darin einbauen. Bis vor einiger Zeit war der Taufspruch nur in der evangelischen Kirche üblich. Mittlerweile ist er aber auch bei katholischen Eltern immer beliebter geworden. Denn er ist eine bleibende Erinnerung an die Taufe und ein wertvoller Begleiter durchs Leben, der immer wieder Kraft schenken kann. Eine Auswahl besonders schöner Taufsprüche finden Sie im Beitrag Ideenkiste dieses Dossiers.

In der katholischen Kirche folgt nun die Anrufung der Heiligen. Schön ist es, wenn der Pfarrer in der Heiligenlitanei die Namen des Täuflings, seiner Geschwister, Eltern, Großeltern, Paten und anderer Verwandter aufnimmt. Bei der Anrufung der Heiligen antwortet die Gemeinde: "Bitte für uns". Dann werden Fürbitten gehalten. Auch hier können sich nach den einleitenden Worten des Pfarrers Eltern, Paten, Großeltern und anwesende Kinder einbringen.

Fürbitten

- Wir Eltern bitten, dass unser Kind bei uns immer ein Zuhause findet, in dem es sich geborgen fühlt.
- Wir Paten bitte, dass wir unserem Patenkind immer gute Begleiter sind, auf die es sich verlassen kann.
- Wir Großeltern bitten, dass wir unserem Enkelkind aus unserer Lebenserfahrung heraus wichtige Ratgeber sind. Fürbitten für Kinder:
- Ich wünsche mir, dass du glücklich wirst.
- Ich wünsche mir, dass du gesund bleibst.
- Ich wünsche mir, dass du immer Freunde hast.

Die Fürbitten werden mit dem Gebet des Pfarrers um Schutz vor dem Bösen beendet. Dabei legt er dem Kind die Hand auf.

3. Tauffeier

Eltern und Paten werden nun an ihre eigene Taufe erinnert. Sie widersagen stellvertretend für das Kind allem Bösen und bekennen ihren Glauben. Dann folgt die Taufe. Der Pfarrer gießt dreimal Wasser über das Köpfchen des Kindes und spricht die Taufformel: "Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes." Anschließend salbt er die Stirn des Kindes mit Chrisamöl. Wenn Sie das Taufkleid nur auflegen möchten, sollten Sie das spätestens unmittelbar nach der Salbung mit Chrisamöl tun. Der Pfarrer spricht den Täufling nämlich nun an: "Dieses weiße Kleid soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du in der Taufe neu geschaffen worden bist und, wie in der Schrift steht, Christus angezogen hast. Bewahre diese Würde für das ewige Leben." Nun entzünden Eltern oder Paten die Taufkerze an der Osterkerze.

Die Tauffeier wird mit dem Effata-Ritus beendet. Der Pfarrer berührt dabei Ohren und Mund des Kindes: "(Name des Kindes), der Herr lasse dich heranwachsen, und wie er mit dem Ruf 'Effata' dem Taubstummen die Ohren und den Mund geöffnet hat, öffne er auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes." Nach dem gemeinsamen Vaterunser und einem Abschlusslied segnet der Pfarrer das getaufte Kind, Eltern, Paten und die ganze Gemeinde.

Von Margret Nußbaum

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