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Drei sind einer

Der Dreifaltigkeitssonntag ist der Auftakt für die "normalen" Sonntage nach der Osterzeit, wird also am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Bei dem Fest geht es um ein entscheidendes Geheimnis des Christentums.

Dreifaltigkeitssonntag | Bonn - 01.02.2015

Wer eine Eselsbrücke braucht, um sich den Termin für den Dreifaltigkeitssonntag zu merken, kann sich so behelfen: Salopp formuliert ist es der Auftakt für die "normalen" Sonntage jenseits der "besonderen" Sonntage in der Oster- und Weihnachtszeit. Gefeiert wird das Hochfest also am Sonntag nach Pfingsten.

Es war der Exilpapst Johannes XXII., der das neue Fest 1334 - kurz vor seinem Tod - von Avignon aus einführte. Zu diesem Zeitpunkt war das Dreifaltigkeitsfest besonders in Frankreich aber nicht neu, sondern wurde in vielen Klöstern bereits seit 300 Jahren gefeiert.

Warum wurde es dann erst im 14. Jahrhundert fester Bestandteil des Kirchenjahrs? Immer wieder stößt man auf Erklärungen, dass es sich nicht mit der "Philosophie" anderer Feste decke. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Festtagen bezieht es sich nicht auf einen Abschnitt oder ein konkretes Ereignis im Leben Jesu. Vielmehr geht es um ein entscheidendes Geheimnis des Christentums – nämlich um das der göttlichen Dreieinigkeit und somit um die Lehre von Gott als einer und zugleich drei Personen.

Dieses Geheimnis mag für viele Katholiken theologisch kompliziert erscheinen: Gott ist sowohl Vater, Sohn und auch Heiliger Geist. In der "alltäglichen" Religionsausübung ist das Geheimnis von der Dreifaltigkeit jedoch fest verankert. Deutlich wird dies beispielsweise bei der Bekreuzigung, während der der Gläubige spricht: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Linktipp: "Nicht an der Dreizahl hängen"

Wie kann man die Trinität darstellen und wieso hat Jesus zu Gott gebetet? Anlässlich des Dreifaltigkeitssonntags beantwortet der Münchener Dogmatiker Bertram Stubenrauch Fragen zu dem theologischen Thema.

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Ähnlich verhält es sich etwa bei der Schlussformel vieler Gebete, die lautet: "Darum bitten wir durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit".

Hart umkämpfte Lehre

Die Lehre vom dreifaltigen Gott war in der christlichen Geschichte über viele Jahre ein hart umkämpfter Streitpunkt: Untrennbar damit verbunden ist der Priester Arius, der im 4. Jahrhundert lebte und der die Vorstellung ablehnte, dass Gott wesensgleich mit Jesus Christus sei. Es bildete sich die Lehre des Arianismus heraus, die aber schließlich mit den Konzilien von Nicäa und Konstantinopel 325/381 verboten wurde.

Einheitliche Bräuche und Riten – wie beispielsweise in der Osternacht die Speisensegnung – gibt es am Dreifaltigkeitssonntag nicht: Regional haben sich allerdings beispielsweise Flurprozessionen oder Kräutersegnungen etabliert. (hst)

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