In Deutschland ist der Besitz und Handel mit Cannabis strafbar.
Lockerung ethischer Leitlinien

Anglikanische Kirche will in Cannabis investieren

Die Kirche von England will in Marihuana investieren – wenn es medizinischen Zwecken dient. Dafür wurden die ethischen Leitlinien gelockert. Einschränkungen beim Umgang mit der Droge bleiben aber.

London - 11.06.2019

Die anglikanische Kirche von England hat sich erstmals aufgeschlossen gezeigt, in den wachsenden Sektor für medizinisch genutztes Cannabis zu investieren. Laut Medienberichten vom Montag erklärte der Leiter der Abteilung für verantwortungsvolle Investitionen in der Kirche von England, Edward Manson, dass er "einen Unterschied zwischen dem Freizeit-Gebrauch und dem medizinischen Nutzen von Cannabis" macht. "Wir sind mit dem Einsatz für medizinische Zwecke einverstanden", so Manson weiter. Die medizinische Nutzung von Cannabis ist seit November letzten Jahres in Großbritannien legal.

Manson verwaltet mit seiner Abteilung ein Vermögen von umgerechnet 9,1 Milliarden Euro. Bisher waren Marihuana-Investitionen in den ethischen Leitlinien, die sich die Kirche auferlegt hatte, ausgenommen. Einige Einschränkungen bleiben aber auch nach der Lockerung der Regeln bestehen: So will die Kirche nur in lizensierte Firmen investieren, die sich auf medizinisches Cannabis spezialisiert haben. Damit wendet sie Grundsätze an, die auch für medizinische Firmen gelten. Außerdem soll kein Geld in Firmen fließen, die mehr als zehn Prozent ihrer Einnahmen aus dem Cannabisgeschäft generieren. Diese Grenze gilt auch in anderen Bereichen: Der ethische Leitfaden der Kirche verbietet Investitionen auch in Unternehmen, die mehr als 10 Prozent ihres Umsatzes aus Tabak, Waffen, Glücksspiel oder auch Kohlenutzung zur Stromerzeugung generieren. (cph/KNA)