Bischofskonferenz führt verpflichtende neue Weihrauchsorte ein
Kein Schwindel mehr in der Messe

Bischofskonferenz führt verpflichtende neue Weihrauchsorte ein

Pünktlich zu Beginn des zweiten Quartals wird in den deutschen Kirchen eine neue Weihrauchsorte eingeführt. Die Züchtung einer Freiburger Firma soll für sensible Kirchgänger verträglicher sein. Vorher steht aber noch die Vernichtung des Altweihrauchs an.

Freiburg - 01.04.2019

Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine neue und verbindliche Weihrauchsorte für alle Diözesen eingeführt. Die neue Sorte "Franziskus-Weihrauch" soll bekömmlicher sein und zu weniger Übelkeit und Ohnmachtsanfällen bei Messfeiern führen, sagte der Vorsitzende der Liturgiekommission, Bischof Stephan Ackermann, am Montag in Bonn. Bereits zum nun beginnenden zweiten Quartal werde der neue Weihrauch bisher verwendete Sorten ersetzen. Etwaige Restbestände in den Pfarreien, Wallfahrtskirchen und Kathedralen sollen deshalb möglichst schnell verbrannt werden.

Den neuen Weihrauch hat das Freiburger Start-Up "Novum Olibanum" entwickelt. Dafür wurden gezielt Weihrauchbäume gekreuzt, deren Harze deutlich weniger Säuren enthalten als bislang gebräuchliche Sorten. "Durch diese gezielte Unterdosierung greifen die Dämpfe nicht mehr so stark das Nervensystem an, der Geruch bleibt aber voll erhalten", sagt der Biologe Benjamin Kohn, der das Projekt mit einer befreundeten Biologin und einem Theologen initiiert hat. Vor allem für Kinder und alte Menschen sei der Rauch lange ein Problem beim Messbesuch gewesen. "Auch uns als Bischofskonferenz ist es wichtig, dass alle Gläubigen am Gottesdienst partizipieren können", so Ackermann.

Risiken berge die neue Sorte nicht, erklärt Biologe Kohn. "Wir arbeiten eng mit den Plantagenbesitzern in Israel zusammen und haben die Anbaugebiete mehrmals besucht." Die Züchtung sei unter ökologischen und nachhaltigen Gesichtspunkten umgesetzt worden. "Probleme mit anderen Unverträglichkeiten wird es also nicht geben." Die Gründer können sich auch eine Nutzung außerhalb des Gottesdienstes vorstellen: Denn der Weihrauch könne etwa als Tabakersatz beim Entwöhnungsprozess von Zigaretten eingesetzt werden. "Da könnte uns die Tabakindustrie aber noch Steine in den Weg legen", befürchtet Kohn.

Die drei Freiburger haben fünf Jahre an der Neuzüchtung gearbeitet, sehen den Weihrauch aber eher als Liebhaberprojekt. "Reich werden wir damit nicht", so Kohn, der sonst schwerpunktmäßig medizinisches Cannabis erforscht. Es sei den Gründern um den Spaß an der Sache und am Experimentieren gegangen. "Wenn wir dann noch Gemeinden weiterhelfen können, ist das toll", sagte Kohn. (cph)

Novum Olibanum

Das Start-Up wurde 2012 von drei ehemaligen Schulfreunden in Freiburg gegründet. Nach dem "Franziskus-Weihrauch" sollen nun bald weitere Sorten mit unterschiedlichen Duftnoten entstehen.