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Deutsche Ordensobernkonferenz tagt in Vallendar

Deutsche Ordensobere haben neue Vorsitzende

Fast 20.000 Ordensleute leben in Deutschland. Sie haben sich zusammengeschlossen in der Deutschen Ordensobernkonferenz. Jetzt wählte sich der Verband einen neuen Vorstand.

Vallendar - 13.06.2018

Schwester Katharina Kluitmann ist die neue Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK). Die Provinzoberin der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe wurde am Dienstag von der Mitgliederversammlung in Vallendar gewählt, wie der Verband mitteilte. Die DOK vertritt die Interessen von gut 15.000 Ordensfrauen und etwa 3.800 Ordensmännern in Deutschland.

Zisterzienser wird zweiter Vorsitzender

Kluitmann, die 1964 in Düsseldorf geboren wurde, leitet derzeit die Provinz ihres Ordens in Lüdinghausen südlich von Münster. Sie folgt als DOK-Vorsitzende auf den Prämonstratenserabt Hermann-Josef Kugler, der den Verband seit 2010 leitete. Die Amtszeit des Vorstands beträgt vier Jahre. Die Satzung des Verbandes sieht vor, dass auf die Posten des ersten und zweiten Vorsitzenden je eine Vertreterin der Frauen- und ein Vertreter der Männergemeinschaften zu wählen ist. Dem entsprechend übernimmt die Aufgabe des zweiten Vorsitzenden Bruno Robeck, Prior des Zisterzienserklosters Langwaden im nordrhein-westfälischen Landkreis Neuss. Er folgt auf die ebenfalls aus dem Amt geschiedene Regina Pröls.

Die Franziskusschwester aus Vierzehnheiligen bleibt als Beisitzerin im erweiterten Vorstand, hieß es von der DOK. Diesem gehören außerdem der Benediktinerabt Markus Eller (Scheyern), die Dominikanerin Scholastika Jurt (Arenberg), der Dominikaner Peter Kreutzwald (Köln) sowie Hildegard Schreier von den Missionarinnen Christi (München) und Lukas Jünemann von den Armen-Brüder des heiligen Franziskus (Köln) an.



Die dreitägige Konferenz der etwa 230 Ordensvertreter stand in diesem Jahr unter dem Thema "Berufung – Gottes Lebensprojekt mit uns". Die neue Vorsitzende Kluitmann plädierte dabei für einen weiten Berufungsbegriff, der sich nicht auf geweihtes Leben verenge: "Je klarer wir sehen, dass jeder Mensch eine Berufung hat, desto eher werden Menschen auch entdecken, dass sie vielleicht eine Berufung zum Ordensleben haben." Laut Kluitmann dürfe Berufungspastoral der Orden daher "auf keinen Fall 'Rekrutierung' sein". Sie müsse vielmehr in erster Linie den Menschen dienen.

Laut der jüngsten Statistik der DOK lebten in Deutschland im Jahr 2017 15.038 Ordensfrauen und 3.804 Ordensmänner. Über die Republik verteilt unterhielten sie zuletzt knapp 1.700 Niederlassungen. Zuletzt hatten die Gemeinschaften zusammen etwa 100 Novizinnen und Novizen. Die größte Ordensfamilie bei Frauen wie bei Männern bilden die benediktinischen Gemeinschaften. (kim)

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