Die Lutheraner haben einen neuen Leitenden Bischof
Generalsynode hat gewählt

Die Lutheraner haben einen neuen Leitenden Bischof

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands hat einen neuen Leitenden Bischof. Der stand bislang bereits der Hannoverschen Landeskirche vor und repräsentiert nun 8,8 Millionen evangelische Christen in Deutschland.

Würzburg - 09.11.2018

Der Hannoversche Landesbischof Ralf Meister ist neuer Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands. Die in Würzburg tagende Generalsynode wählte den 56-jährigen Theologen am Freitag mit 38 von 45 abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang zum Nachfolger von Gerhard Ulrich. Seine Amtszeit beträgt drei Jahre. Meister war der einzige Kandidat. Ulrich, der auch Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland ist, geht im April 2019 aus Altersgründen in den Ruhestand.

Bischof Bode nimmt an einer Podiumsdiskussion teil.
Bild: © katholisch.de

Ralf Meister (r.), Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, bei einer Podiumsdiskussion mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode (l.).

Das Amt des Leitenden Bischofs der VELKD ist ein Ehrenamt, Meister bleibt deswegen weiterhin Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Dieses Amt übt er seit 2010 aus. Zuvor war er von 2007 bis 2010 Generalsuperintendent des Sprengels Berlin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Zudem endete am Freitag auch die Amtszeit der stellvertretenden Leitenden Bischöfin Ilse Junkermann. Als ihren Nachfolger wählte die Bischofskonferenz den sächsischen Landesbischof Carsten Rentzing.

"Mildes Luthertum"

In seiner Vorstellungsrede hatte Meister erklärt, die hannoversche Kirche pflege ein "mildes Luthertum". Anhand der theologischen Profile seiner beiden Vorgänger Eckart Lohse und Horst Hirschler - seine direkte Vorgängerin Margot Käßmann erwähnte Meister nicht - sei er zu dem Schluss gekommen, dass dies "schriftgründend, analytisch stark, theologisch fundiert, ökumenisch lernbereit, selbstkritisch und mutig" sei. Nach der Einführung des Reformationstags als Feiertag in Norddeutschland müsse man verstehen, "dass eine akzeptierte konfessionelle Markierung ein wichtiger Bestandteil in einer gesamtgesellschaftlichen Lerngeschichte geworden ist".

Die VELKD vertritt rund 8,8 der bundesweit 21,5 Millionen evangelischer Christen. Zur VELKD gehören 7 der bundesweit 20 evangelischen Landeskirchen, die lutherisch geprägt sind. Die unierten und reformierten Landeskirchen gehören zur Union Evangelischer Kirchen (UEK). Die beiden konfessionellen Untergliederungen sind unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zusammengefasst. (tmg/KNA/dpa)