Ein Spruch auf einem Schild, der ein frohes neues Jahr 2018 wünscht.
Mit diesen Tipps gelingt auch der geistliche Start in das neue Jahr

Fünf gute Neujahrsvorsätze für die Seele

Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport, gesunde Ernährung – viele Vorsätze für das neue Jahr beziehen sich auf die körperliche Gesundheit. Aber was ist mit der Seele? Katholisch.de hat fünf spirituelle Vorschläge.

Von Julia Martin |  Bonn - 01.01.2018

1. Zeit zum Beten

Der Hintergrund: Sie ist eines der kostbarsten Güter, die wir besitzen. Zeit. Und wenn wir sie einmal nicht haben, sollten und könnten wir sie uns eigentlich nehmen. Gerade an den Randzeiten des Tages kann uns ein persönliches Gespräch mit Gott in unserem Alltag helfen. Am Morgen können wir uns mit einem Gebet für den Tag sammeln und ihn bewuss beginnen. Abends können wir im Kopf noch einmal aufzählen, was gut oder schlecht war, uns bedanken und so den Tag abschließen.

So geht's: Überlegen Sie sich, wann ein Gebet für Sie sinnvoll sein kann. Sind sie ein Morgenmuffel, bringt es nichts, sich den Wecker zu stellen und sich selbst zum Gebet zu quälen. Sehen Sie das Gebet als Chance und nicht als Pflichtprogramm. Wie Sie Ihre persönliche Zeit mit Gott gestalten, ist ganz Ihnen überlassen. Sie können sich am Stundengebet orientieren oder frei beten. Tipps für ein gutes Gebet gibt es hier.

2. Etwas spenden

Geht es Ihnen gut? Sind Sie grundsätzlich zufrieden mit Ihrem Leben? Dann nehmen Sie das neue Jahr doch zum Anlass, an andere Menschen zu denken, die es nicht so gut getroffen haben. Der Vorteil: Spenden können Sie (fast) alles. Es muss nicht immer Geld sein.

So geht's: Denken Sie nach, mit was Sie helfen möchten. Unsere Vorschläge: Den Kleiderschrank entrümpeln und zur Kleiderkammer bringen – aber bitte nur, wenn die Sachen in dem Zustand sind, dass Sie sie selbst tragen würden. Zeit verschenken und sich ehrenamtlich engagieren – zum Beispiel im Altenheim. Oder wie wäre es sogar mit einer Haarspende? Es gibt seriöse Organisationen, die aus Haarspenden Perücken für krebskranke Kinder herstellen. Vielleicht kennt ihr Friseur sogar eine?!

Ein Guide zeigt den Weg auf einer Pilgerkarte des Heiligen Landes.

Ein Guide zeigt den Weg auf einer Pilgerkarte des Heiligen Landes.

3. Pilgern

Dieser Vorsatz klingt erst einmal groß. Viel zu groß. Aber vielleicht haben Sie noch keine Urlaubspläne für das kommende Jahr? Und falls doch: Pilgern muss nicht immer gleich heißen, den kompletten Jakobsweg zu laufen.

So geht's: Wenn Sie noch völlig ahnungslos sind, wo Ihr Jahresurlaub hingehen soll, informieren Sie sich doch über mögliche Pilgerreisen. Es gibt sie als fertig geplante Gruppenangebote. Sie können aber auch individuell Ihre Pilgerreise organisieren - oder auf ganz andere Möglichkeiten zurückgreifen. Ihr Bistum veranstaltet bestimmt im Laufe des Jahres eine Wallfahrt. Vielleicht wollen Sie sich einer Fuß- oder Fahrradwallfahrt zu einem Pilgerort in der Nähe anschließen? Oder Sie gehen einfach selbst los – das muss nicht mal weit sein. Denn: Der Weg ist das Ziel.

4. Danke sagen

Sich bedanken geht so einfach – und doch tun wir es viel zu selten. Zumindest, wenn wir es ohne expliziten Anlass tun. Oder wann haben Sie zuletzt jemanden angerufen, der Ihnen wichtig ist? Einfach so, um "Danke, dass es dich gibt" zu sagen?

So geht's: Nehmen Sie nicht alles als selbstverständlich hin. Sagen Sie den Menschen in Ihrem Leben öfter mal, dass sie Ihnen wichtig sind. Bedanken Sie sich. Vielleicht auch mal bei scheinbar "unwichtigen" Menschen: der Kassiererin an der Supermarktkasse, die jeden Tag so freundlich ist oder dem Busfahrer für die Fahrt. Das mag vielleicht zunächst merkwürdig erscheinen, zaubert Ihrem Gegenüber aber sicherlich ein Lächeln auf die Lippen.

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Video: © katholisch.de

Das Gebet ist wohl die direkteste Form, mit Gott Kontakt aufzunehmen. Aber wie soll das Beten gelingen, wenn doch selbst die Jünger Jesus baten "Herr, lehre uns beten"? Christian Olding gibt Tipps.

5. Für jemanden beten

Sie machen die obigen Tipps sowieso schon? Oder für Sie ist nicht das Richtige dabei? Aber Sie kennen sicher jemanden, dem es nicht gut geht. Dessen Beziehung gescheitert ist, der im Krankenhaus liegt oder eine andere Herausforderung zu meistern hat. Für diesen Menschen können Sie beten.

So geht's: Auch hier ist es nicht notwendig, bestimmte "Gebetsrichtlinien" einzuhalten. Wenn Ihnen ein bestimmtes Gebet am Herzen liegt, sprechen Sie es aus – oder Sie beten frei. Denken Sie am Anfang und am Ende des Gebets besonders an den Menschen oder sagen Sie, wofür Sie beten möchten. Im Gespräch mit Gott ist nichts falsch.

Von Julia Martin