Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, bei der Pressekonferenz zur Familiensynode am 16. Oktober 2014 im Vatikan.
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Operation im Mai

Kardinal Schönborn an Krebs erkrankt

Noch im vergangenen Jahr hat der Wiener Kardinal Christoph Schönborn über Krebserkrankungen im Freundeskreis gesprochen. "Die Zeit wird kostbarer", sagte er damals. Nun ist Schönborn selbst erkrankt - und wird im Mai vorerst "aus der Öffentlichkeit verschwinden".

Wien - 22.03.2019

Kardinal Christoph Schönborn (74) ist an Prostatakrebs erkrankt und wird sich einer Operation unterziehen. Das teilte der Wiener Erzbischof und Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz in Wien zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe mit. Die Operation werde Anfang Mai stattfinden, es folge eine mehrwöchige Genesungsphase.

Der Kardinal sagte wörtlich: "Es ist nicht von vornherein besonders tragisch, denn ein Prostatakrebs ist in den meisten Fällen gut heilbar. Ich werde aber sozusagen im Mai aus der Öffentlichkeit verschwinden. Die Öffentlichkeit wird das gut überleben und ich hoffentlich auch." Diesen "Hinweis in persönlicher Sache" mache er, "damit nicht irgendwelche Gerüchte in Umgang kommen", so der Erzbischof.

Im vergangenen Jahr sprach der Kardinal über Krebserkrankungen

Noch im vergangenen Jahr hatte Schönborn über Krebserkrankungen im Freundeskreis gesprochen. Wer davon betroffen sei, schwanke zwischen Todesurteil und Hoffnung, sagte er der österreichischen Zeitung "Heute". Krebs sei für Betroffene immer ein Schrecken und mit Sorgen verbunden, könne jedoch auch als Chance gesehen werden. "Die Zeit wird kostbarer. Die Begegnungen bewusster. Jeder Tag ein Geschenk." Auch stelle sich immer die Frage des Umgangs mit der Krankheit: "Optimismus verbreiten? Es wird schon gutgehen! Und doch unausgesprochen die Sorge: Ist es der Anfang vom Abschied?"

Der am 22. Januar 1945, kurz vor Kriegsende, im böhmischen Skalka (Skalken bei Leitmeritz) geborene Schönborn ist für seine Freundlichkeit, Eloquenz und Konzilianz bekannt, die ihm von Kritikern mitunter auch als Schwäche ausgelegt wird. Bei den Papstwahlen von 2005 und 2013 wurde er als möglicher Kandidat genannt. (bod/KNA)