Kardinal Walter Kasper
Kardinal äußerte sich bei Kongress in Köln

Kasper: Zukunft der Kirche ist ökumenisch

"Kirche hat, wenn sie eine Zukunft hat – und sie hat eine Zukunft –, nur ökumenisch eine Zukunft": Der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper sieht den interreligiösen Dialog als essenziell für die Kirche an.

Köln - 26.04.2019

Für den emeritierten Kurienkardinal Walter Kasper ist der interreligiöse Dialog essenziell für die Kirche. "Kirche hat, wenn sie eine Zukunft hat – und sie hat eine Zukunft –, nur ökumenisch eine Zukunft", sagte er anlässlich der Jubiläumsfeiern zum 100-jährigen Bestehen des katholischen Bundes ND am Freitag vor Journalisten in Köln. Der ND, in dem er seit 1948 Mitglied sei, habe sein Kirchenbild geprägt. Er habe auf diese Weise gelernt, Führung zu übernehmen und habe sich für liturgische Erneuerung eingesetzt. Er wünsche sich eine freudigere Kirche: Es gebe Probleme in der Kirche, doch für deren Lösung brauche es Freude und Selbstbewusstsein.

900 ND-Mitglieder bei Kongress in Köln

Der Bund ND (Neudeutschland) feierte sein 100-jähriges Bestehen, unter anderem mit einem seit Dienstag stattfindenden Kongress in Köln. Daran nahmen den Angaben zufolge rund 900 Mitglieder teil. Im Rahmen der Tagung verabschiedete der Verband eine Resolution, in der er zur Teilnahme an der Europawahl am 26. Mai aufruft. "Mit seinen Abgeordneten ist das Europäische Parlament die einzige direkt gewählte Vertretung aller Unionsbürger, das in den letzten 40 Jahren immer mehr Rechte und Kompetenzen bekommen hat, die es zu einer wirklichen Interessenvertretung der Bürger Europas macht", heißt es darin.

Eine weiteres Papier unterstütze die Erklärung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) vom November vergangenen Jahres in allen Punkten, so ND-Leiterin Claudia Lücking-Michel. Darin hatte sich das höchste Laiengremium der katholischen Kirche unter anderem dafür ausgesprochen, Frauen den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern zu gewähren, die verpflichtende Ehelosigkeit für Priester abzuschaffen und die kirchliche Sexualmoral grundlegend zu überarbeiten.

1919 als Schülerverband gegründet

"Unsere Verantwortung geht weit über die nationalen Grenzen hinaus", so Lücking-Michel. Christen könnten niemals Nationalisten sein. Auch betonte sie, dass der ND als ehemaliger reiner Männerverband ohne Frauen nicht mehr möglich sei. Ein weiteres Ziel des ND sei der Umweltschutz. "Wir sind in einer Krise der Schöpfung durch den Menschen", diagnostizierte der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer.

Der katholische Verband wurde 1919 als "Bund Neudeutschland" von Jesuiten als Schülerverband gegründet und ist ein Netzwerk von rund 4.000 Christen, darunter namhafte Publizisten, Politiker, Theologen und Bischöfe. Als Ziel gibt er aus, Glaube, Kirche und Welt zusammenzubringen und zeitgemäße Positionen zu Themen wie Familie, Klimawandel, Neurowissenschaften, Sterbehilfe und Digitalisierung zu formulieren. (KNA)