Schätzung: Ein Prozent der Priester feiert Alte Messe
Bis zu 6.500 Priester zelebrieren außerordentliche Form

Schätzung: Ein Prozent der Priester feiert Alte Messe

Seit 2007 ist es deutlich einfacher geworden, die Messe in der Form von 1962 zu feiern – aber wie viele Priester tun das? Eine Gruppe französischsprachiger Freunde der Alten Messe hat dazu nun Zahlen gesammelt.

Croissy-Sur-Seine - 18.02.2019

Rund ein Prozent der katholischen Priester weltweit zelebrieren auch in der außerordentlichen Form. Nach einer Schätzung der französischen Initiative "Paix Liturgique" gibt es insgesamt zwischen 4.500 und 6.500 Priester, die zumindest gelegentlich die Messe in ihrer bis 1962 gefeierten Form feiern.

Die Zahl setzt sich zusammen aus 760 Priestern der Piusbruderschaft, 600 Priestern, die Gemeinschaften angehören, die bisher in die Zuständigkeit der päpstlichen Kommission Ecclesia Dei fielen und 130 Ordenspriestern aus sonstigen Gemeinschaften. "Paix Liturgique", nach Eigenbeschreibung eine Gruppe von Katholiken, die sich für die Messe in der außerordentlichen Form einsetzt, schätzt zudem die Zahl der Weltpriester, die die Messe in der Form von 1962 zelebrieren, auf 3.000 bis 5.000. Davon seien gut 1.000 Priester in den USA. Nach Angaben des Vatikans gab es weltweit im Jahr 2016 insgesamt 414.969 Priester.

Päpste erleichterten schrittweise Feier nach alter Form

Die Messe nach dem Messbuch von 1969 sollte die Theologie des Zweiten Vatikanischen Konzils auch in der Liturgie umsetzen durch eine größere Beteiligung des Volkes Gottes. Der in der Regel augenscheinlichste Unterschied zu der beim Konzil von Trient (1545 bis 1563) festgeschriebenen und daher auch "tridentinisch" genannten Messe nach dem Missale von 1962 sind die Zelebrationsrichtung "versus populum", also dem Volk zugewandt, und die Verwendung der jeweiligen Volkssprache statt Latein.

Seit 2007 ist die Feier der Messe in ihrer letzten vorkonziliaren Form deutlich vereinfacht worden. Mit dem Motu Proprio "Summorum Pontificum" stellte Papst Benedikt XVI. der ordentlichen Form der Messfeier in der von Papst Paul VI. im Jahr 1969 festgelegten Gestalt die Feier in der nun sogenannten "außerordentlichen Form" nach den Messbüchern von 1962 zur Seite. Papst Johannes Paul II. hatte 1988 die Kommission Ecclesia Dei eingerichtet, die die Wiederherstellung der Einheit mit traditionalistischen Gruppen aus dem Umfeld von Erzbischof Marcel Lefebvre, dem Gründer der Piusbruderschaft, zum Auftrag hatte. Verschiedene Gruppen ehemaliger Lefebvre-Anhänger, darunter die Petrusbruderschaft, sind in der Gemeinschaft der Kirche. Mit der Piusbruderschaft gibt es nach wie vor keine Einigung. Papst Franziskus hat die Kommission Ecclesia Dei im Januar aufgelöst und ihre Aufgaben an die Glaubenskongregation übertragen. (fxn)