Würzburger Altbischof Paul-Werner Scheele gestorben
Kardinal Marx würdigt Verstorbenen

Würzburger Altbischof Paul-Werner Scheele gestorben

Paul-Werner Scheele, der emeritierte Bischof des Bistums Würzburg, ist gestorben. Der engagierte Ökumeniker leitete die fränkische Diözese 24 Jahre lang. Kardinal Reinhard Marx würdigte Scheele als "Menschenfreund".

Würzburg - 11.05.2019

Der frühere Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele ist tot. Er starb am Freitagabend im Alter von 91 Jahren, wie die Bischöfliche Pressestelle am Samstagmorgen mitteilte. Der in Olpe geborene Ökumene-Spezialist stand von 1979 bis 2003 an der Spitze des fränkischen Bistums. Zuvor war er vier Jahre Weihbischof in Paderborn.

27 Jahre lang leitete der Westfale die Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Als Journalist hatte Scheele noch an der Schlussphase des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) teilgenommen.

Auch nach seiner Emeritierung als Diözesanbischof im Jahr 2003 gehörte er fünf weitere Jahre dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen sowie mehreren internationalen ökumenischen Kommissionen an. Als führender Ökumeniker der katholischen Kirche in Deutschland war er an Meilensteinen wie der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre 1999 sowie dem Ersten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin beteiligt.

Kardinal Marx würdigt verstorbenen Bischof

Zudem leitete er seit den 1970er Jahren den wissenschaftlichen Beirat des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik. Der Geistliche verfasste zahlreiche Bücher. Außerdem war er ein begeisterter Klavierspieler. Für sein Wirken erhielt er viele kirchliche und weltliche Auszeichnungen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigte den Verstorbenen als "großen Theologen, dem die Ökumene zutiefst am herzen lag". Scheele habe "auf Augenhöhe die Gesprächspartner der anderen Konfessionen" ernst genommen, so Marx weiter. Er sei ein "Bischof und Menschenfreund" gewesen, der die Kirche in Deutschland über viele Jahre hinweg geprägt habe.

Mit persönlichen Worten erinnerte der Würzburger Bischof Franz Jung an Scheele. Er sei ein Mensch gewesen, "der ganz für die Ökumene gebrannt" habe, sagte Jung vor Journalisten. Scheele habe versucht, "von allem immer die positive Seite zu sehen". Auch über seine Krankheit habe er seinen "westfälischen Humor", der trocken und hintergründig gewesen sei, nicht verloren.

Auch der Würzburger Altbischof Friedhelm Hofmann würdigte Scheele. Er habe seinem Vorgänger im Bischofsamt "viel zu verdanken", sagte Hofmann. "Er war ein Mann des gründlichen Nachdenkens und des ausgewogenen Wortes. Er war ganz Gott und den Menschen zugewandt, ein Mann des Geistes und der Pastoral." Schon während er selbst noch Weihbischof in Köln war, habe Hofmann Scheele kennenlernen dürfen. Dabei habe er ihn "als einen mitten im Leben stehenden Bischof" erlebt, der einen einnehmenden Humor hatte und von Herzensgüte geprägt war.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick drückte Scheele gegenüber "große Wertschätzung und Dank" aus. "Die Erzdiözese Bamberg trauert um ihn und betet für ihn", teilte Schick am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Er war mein erster Exerzitienmeister in Fulda, mein Professor in Würzburg, mein Chef als Ökumenereferent, mein Mitbruder als Bischof." Seit 1969 sei er mit ihm verbunden gewesen.

Auch Abt Michael Reepen von der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach nahe Würzburg würdigte Scheele. Dankbar und gerne erinnere er sich an dessen Besuche im Kloster. "Bischof Paul-Werner hat die Diözese unglaublich geprägt und war sehr mit der Abtei verbunden." Diese Beziehung zeige sich vor allem am Missionsverständnis des emeritierten Bischofs. Er habe stets betont, dass Mission nie eine Einbahnstraße sei, sondern immer ein Geben und Nehmen. (rom/KNA)

11.5.2019, 11.15 Uhr: ergänzt um den letzten Absatz /rom

11.5.2019, 13.45 Uhr: ergänzt um die Stellungnahmen von Bischof Franz Jung und Abt Michael Reepen /rom

12.5.2019, 10.15 Uhr: ergänzt um die Würdigung durch Altbischof Friedhelm Hofmann /rom