Bislang keine Spur von Dieben der Papstreliquie aus dem Kölner Dom

Ermittlungen zu Kölner Reliquienraub eingestellt

Aktualisiert am 04.08.2016  –  Lesedauer: 
Kriminalität

Köln ‐ Noch immer ist die Reliquie Johannes Pauls II. aus dem Kölner Dom unauffindbar. Jetzt hat die Polizei die Ermittlungen nach den Dieben eingestellt. Doch die Auswertung einer Spur steht noch aus.

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Das entspreche dem üblichen Vorgehen. "Die Ermittlungen können aber beim geringsten Hinweis jederzeit wieder aufgenommen werden." Die Anzeige gegen Unbekannt bleibe bestehen. Etwa acht bis zehn Zeugen seien befragt worden, darunter vor allem Domschweizer, aber auch Menschen aus der Bevölkerung, die sich auf den Aufruf der Polizei gemeldet hätten, so der Sprecher. Konkrete Täterhinweise seien dabei nicht gewonnen worden. Allerdings habe die Tatzeit auf Samstag (4. Juni) zwischen 18.30 und 21.00 Uhr oder Sonntag (5. Juni) zwischen 6.00 und 8.00 Uhr eingegrenzt werden können.

Auswertung einer DNA-Probe steht noch aus

Ebenso hätten die Ermittler Videoaufzeichnungen aus dem Dom gesichtet. Da der Tatort selbst nicht videoüberwacht werde, hätten sich auch hier keine verwertbaren Erkenntnisse ergeben. Am Schrein selbst sei DNA gesichert worden, deren Auswertung derzeit noch laufe. "Auch die Kölner Polizei hofft, dass die Reliquie wieder auftaucht", sagte der Sprecher.

Vor zwei Monaten hatten Unbekannte einen Schaubehälter, ein Reliquiar, im nördlichen Querhaus des Kölner Doms aufgebrochen und das enthaltene Glasröhrchen gestohlen. Das an der Wand befestigte Reliquiar war seit Dezember 2013 im Dom. Dompropst Gerd Bachner zeigte sich entsetzt über den Diebstahl der Glaskapsel mit dem Blutstropfen des heiliggesprochenen Papstes: "Der materielle Wert ist nur gering, viel größer ist der ideelle Verlust." Das etwa 40 Zentimeter hohe, künstlerisch gestaltete Reliquiar zeigt Papst Johannes Paul II. gestützt auf den Kreuzstab. Es erinnert an seinen Köln-Besuch 1980. Der Behälter aus versilberter Bronze wurde von dem Düsseldorfer Bildhauer Bert Gerresheim gefertigt.

Das Domkapitel hatte im Juni 1.500 Euro Belohnung für Hinweise zur Wiederbeschaffung der Reliquie ausgesetzt; die Summe wurde von privaten Spendern auf 3.200 Euro aufgestockt. Dompropst Bachner appellierte auch an die Kölner "Unterwelt", sich für die Rückkehr des Glasröhrchens einzusetzen. (KNA)

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Von der aus dem Kölner Dom gestohlenen Reliquie von Johannes Paul II. fehlt weiter jede Spur. Ausgerechnet ein prominenter Kirchenmann könnte der letzte gewesen sein, der sie noch sah.