36. Generalversammlung in Rom beginnt am Sonntag

Jesuitenorden wählt neuen Leiter

Aktualisiert am 02.10.2016  –  Lesedauer: 
Orden

Rom ‐ Die Jesuiten sind der größte Männerorden der katholischen Kirche. Ab Sonntag tritt er in Rom zu seiner 36. Generalversammlung zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei die Wahl eines neuen Generaloberen.

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Der Jesuitenorden, größter Männerorden der katholischen Kirche, tritt in Rom zu seiner 36. Generalversammlung zusammen. Hauptaufgabe der teilnehmenden 212 Provinzleiter und Delegierten ist die Wahl eines neuen Generaloberen. Eröffnet wird das Treffen mit einem Gottesdienst am Sonntagnachmittag in der römischen Mutterkirche des Ordens, Il Gesu. Die Messe zelebriert der Leiter des Dominikanerordens, Bruno Cadore. Die inhaltliche Arbeit der Generalkongregation beginnt am Montag am Sitz der Jesuitenkurie mit einer Debatte über Lage und Herausforderungen des Ordens.

Anschließend tauschen sich die Teilnehmer vier Tage lang in Zweiergesprächen über mögliche Leitungspersonen aus. Diese sogenannten "Murmurationes" sind eine Besonderheit der jesuitischen Meinungsbildung. Eine eigentliche Kandidatur findet nicht statt.

Papst erfährt den Namen des Generaloberen zuerst

Mit dem Beginn der Wahlgänge für das Amt des Generaloberen ist erst in einer Woche zu rechnen. Es erfolgen so viele Abstimmungen, bis eine absolute Mehrheit von 107 Stimmen erreicht ist. Über das Ergebnis wird zuerst der Papst informiert. Erst dann wird der Name öffentlich bekanntgegeben.

Der amtierende Ordensgeneral, der Spanier Adolfo Nicolas (80), hatte bereits vor zwei Jahren angekündigt, 2016 sein Amt niederlegen zu wollen. Der Jesuitenorden zählt nach eigenen Angaben derzeit rund 16.400 Mitglieder weltweit. Wie andere Orden verzeichnen die Jesuiten weltweit einen Rückgang. Zudem verschiebt sich das Gewicht nach Asien und Afrika. Dort ist die Gemeinschaft im Wachstum.

Auch die Generalkongregation berücksichtigt die Mitgliederstärke der einzelnen Ordensprovinzen. So stammen 59 Prozent der Wähler von der Südhalbkugel; bei der letzten Generalkongregation 2008 waren es 45 Prozent. (KNA)