Das Katholische Büro Thüringen hat irritiert auf kritische Aussagen von CDU-Fraktionschef Mike Mohring zur Einflussnahme der Kirchen auf politische Fragen reagiert. Büroleiter Winfried Weinrich habe dazu ein Gespräch mit Mohring angekündigt, berichtet der MDR am Samstag. Auf einer Podiumsdiskussion Ende September hatte Mohring dem Bericht zufolge Grenzüberschreitungen bei der politischen Positionierung von Kirchen beklagt. Zwar betrachte er die Kirchen als notwendige Stimme. Allerdings gehe ihm die "Einmischung" zu weit.
Kirchen gegen Einstufung der Maghrebstaaten als sicher
Mohring verwies etwa auf Bedenken der Kirchen bei der Einstufung der Maghrebstaaten als sichere Herkunftsländer. Die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands und das Bistum Erfurt hatten die Landesregierung zuvor aufgefordert, im Bundesrat gegen die Einstufung zu stimmen. Die CDU plädiert hingegen dafür, Marokko, Algerien und Tunesien zu sicheren Herkunftsländern zu erklären.
Zur Begründung des Appells an die Landesregierung verwies Weinrich auf Grundrechtsverletzungen. In den besagten drei Ländern Nordafrikas gebe es Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen. Christhard Wagner, Beauftragter der evangelischen Kirchen im Landtag, hatte Mohrings Kritik bereits bei der Podiumsdiskussion zurückgewiesen. Er sagte, wo immer Menschen ausgegrenzt und an den Rand geschoben würden, könnten Christen nicht schweigen.
Ein Sprecher Mohrings sagte, der CDU-Fraktionschef habe die politische Bedeutung der Kirchen nicht infrage gestellt. Außerdem habe Mohring betont, dass sich Kirchen gerade in schwierigen Zeiten unbedingt einbringen müssten. (KNA)