Die neue Einheitsübersetzung 2016
Bild: © katholisch.de
Zu der neuen Einheitsübersetzung ist außerdem eine App geplant

Neue Einheitsübersetzung auch als E-Book

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde die neue Bibelausgabe vorgestellt, eine digitale Version soll folgen. Altbischof Joachim Wanke verriet auch, warum man seine alten Bibeln nicht wegwerfen muss.

Frankfurt - 20.10.2016

Die neue, überarbeitete Fassung der katholischen Einheitsübersetzung der Bibel soll künftig auch als E-Book erhältlich sein. Geplant sei zudem eine App, sagte Winfried Kuhn von der Geschäftsführung des Verlags Katholisches Bibelwerk am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse. "Wir sind mit Hochdruck daran." Mit den geplanten digitalen Angeboten sei die Erwartung verbunden, noch mehr Menschen für die Bibel zu begeistern. Die neue Einheitsübersetzung soll am 6. Dezember in erster Auflage auf den Markt kommen. Das E-Book sei möglicherweise bis März 2017 fertiggestellt, sagte Kuhn. Einen Termin für die App gebe es bisher noch nicht.

Am selben Tag stellte der Erfurter Altbischof Joachim Wanke das neue Werk vor - auf der weltgrößten Bücherschau erreichte ebenfalls eine überarbeitete Fassung von Luthers Bibel die Öffentlichkeit. Passend zum Beginn der Feierlichkeiten zum 500. Reformationsgedenken am 31. Oktober hatten evangelische Kirche und Deutsche Bibelgesellschaft am Mittwoch die "Lutherbibel 2017" vorgelegt. Auch sie erscheint in digitalen Formaten, etwa als E-Book, App und Computersoftware. Ab sofort kann die "Lutherbibel 2017" bis zum 31. Oktober 2017 kostenlos als App für Smartphones und Tablets heruntergeladen werden.

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Nach jahrelanger Arbeit wurde am Dienstag die neue Einheitsübersetzung der Bibel vorgestellt. Der Text sei laut Bischofskonferenz nun verständlicher und moderner - und trägt eine andere Gottesbezeichnung.

Dass beide Bibelausgaben parallel an die Öffentlichkeit gelangen, nannte Wanke einen "gewissen Zufall, ohne Zweifel". Und ergänzte: "Das war eine Fügung des lieben Gottes." Es sei schön, dass beide Kirchen diesen Schritt nahezu zusammen tun könnten. Mit der Ausgabe erhalten die Katholiken im gesamten deutschen Sprachraum eine neue, moderne Bibelübersetzung, die die Deutsche Bischofskonferenz bereits Ende September in Fulda vorgestellt hatte. Für die katholische Neufassung waren neue Erkenntnisse der Textforschung, eine engere Orientierung am Urtext und Änderungen im aktuellen Sprachgebrauch maßgeblich. "Sprache ändert sich", betonte auch Altbischof Wanke auf der Buchmesse. Die bisherige Fassung habe gleichwohl ihren eigenen Wert. "Man braucht sie nicht wegzutun." Er sagte, dass es wohl auch in 30 oder 40 Jahren eine erneute Überarbeitung geben werde. "Es ist eine Daueraufgabe. Die Menschheit schreitet voran."

Bibel in Leichter Sprache

Auf der Buchmesse wird auch der erste Band der Reihe "Bibel in Leichter Sprache" vorgestellt. Damit sollen Menschen einen Zugang zu Texten bekommen können, die aus unterschiedlichen Gründen nur ein geringes Sprachvermögen besitzen, etwa Menschen mit Behinderung. Das Buch "Bibel in Leichter Sprache. Evangelien der Sonn- und Festtage im Lesejahr A" erscheint beim Katholischen Bibelwerk. Die Exemplare sind mit schlicht gehaltenen, bunten Zeichnungen und einer vergleichsweise großen Schrift versehen. Die Texte folgen einem speziellen sprachlichen Aufbau.

Der Medienbischof Gebhard Fürst sagte in Frankfurt, dass die neue Einheitsübersetzung über eine Sprache verfüge, die die Menschen heute erreiche. Mit Blick auf die geplante digitale Ausgabe meinte Fürst, die Heilige Schrift solle über alle möglichen Kanäle verbreitet werden. Zu der Bibel in leichter Sprache sagte er, dass auch hier eine Zielgruppe erreicht werde, ohne dass die Inhalte der Bibel verfälscht würden. (jhe/KNA)

20.10.2016, 18:10 Uhr: Ergänzt um die Aussage von Bischof Fürst. /jhe