Der Wochenstart war schmerzhaft – zumindest für den Weihnachtsmann. Nicht nur, dass ihm durch die "Weihnachtsmannfreie Zone" auf diskriminierende Art und Weise der Zutritt zu den Schornsteinen zahlreicher katholischer Einrichtungen und Haushalten verwehrt wurde. Auf katholisch.de bekam der kleine Schokoladenabklatsch sogar eine ordentliche Tracht Prügel vom echten Nikolaus. "Das ist ja ein Aufruf zur Gewalt", pöbelten pazifistische Pastoralreferenten im Netz. Sie hätten es besser wissen müssen. Auch der historische Nikolaus war nämlich kein Kind von Traurigkeit. Auf dem ersten Konzil von Nicäa (325) geriet er sogar so in Rage, dass er den alexandrinischen Presbyter Arius ohrfeigte. Wer die Wesensgleichheit von Jesu und Gottvater leugnet, muss mit so etwas allerdings rechnen.
Unerwarteten Beistand bekam der Weihnachtsmann dagegen von CSU-Politiker Markus Söder. Der postete während einer Kabinettssitzung ein Foto der Schokoladenfälschung auf Facebook und gab diese dreist – trotz fehlender Mitra – als Bischof aus. AfD-Mann Alexander Gauland dürfte ob dieses Fauxpas vor Freude aus dem Haus vom Nikolaus gewesen sein. Zwar hat der Heilige keine Dombeleuchtung ausgeknipst, stammt aber aus Myra in der heutigen Türkei. Und so einen will man nun wirklich nicht zum Nachbarn haben. Haken wir die Aktion Söders also einfach als verdeckten Einsatz für die deutsche Leitkultur ab.
Anders als der heilige Nikolaus kamen die deutschen Oberhirten in dieser Woche verhältnismäßig gut weg. Schließlich ging es bei einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe nicht um die Listenpreise, sondern um die Abgaswerte der bischöflichen Dienstwagen. Und die liegen nun erstmals leicht unter dem Durchschnitt aller Neufahrzeuge in Deutschland. Papst Franziskus ist erleichtert. Die 27 bereits frankierten Ausgaben seiner Umweltenzyklika "Laudato si" können vorerst zurück in die vatikanische Schreibtischschublade. Man hat in Deutschland anscheinend doch ein paar Exemplare erhalten.
Verschickt werden stattdessen die neuen Vatikan-Leitlinien zur Priesterausbildung. Die gute Nachricht bei Durchsicht des Dokuments: Der Vatikan hat die Zeichen der Zeit erkannt und empfiehlt den Geistlichen den Gebrauch Sozialer Netzwerke. Die schlechte Nachricht: Man muss sein Urteil genau acht Seiten später wieder revidieren. Denn anscheinend hält die Kleruskongregation Homosexualität noch immer für therapierbar. Die Chancen auf Heilung stehen laut Vatikan allerdings nur dann gut, wenn es sich nicht um "tiefsitzende homosexuelle Tendenzen", sondern lediglich um einen oberflächlichen Befall handelt. In sich ist das durchaus schlüssig. Leichte Halsschmerzen lassen sich ja auch besser bekämpfen als eine eitrige Bronchitis.
Wo wir schon bei kirchlichen Randgruppen sind: Im Vatikan hat sich nun erstmals ein "Frauenverein" gegründet. Aber nicht als "Kaffeekränzchen", wie es heißt. Stattdessen will man auf den Missstand hinweisen, dass es noch immer Kurienbehörden gibt, die keine einzige Frau beschäftigen. Erfolgreich gewehrt gegen eine Infiltration durch das andere Geschlecht hat sich etwa Kardinal Robert Sarah mit seiner Liturgiekongregation. Denn der traut dem Braten noch nicht und fürchtet, dass mit einer plappernden Frau in den eigenen Reihen sein neues Buch an Glaubwürdigkeit verliert. Das trägt nämlich den Titel "Die Kraft der Stille".