Weihnachtskrippen sind nach den Worten von Papst Franziskus ein Aufruf zur Solidarität mit Flüchtlingen und Armen. Die Darstellungen der Geburt Christi in Kirchen, Häusern und auf öffentlichen Plätzen seien eine "Einladung, in unserem Leben und der Gesellschaft für Gott Platz zu machen", sagte er am Freitag im Vatikan. Gottes Antlitz zeige sich in den vielen Menschen, die in schwierigen Verhältnissen und Not lebten, so der Papst vor Delegationen aus Malta und der norditalienischen Provinz Trient. In der Erfahrung heutiger Flüchtlinge spiegele sich die Geschichte des Jesuskindes, das keinen Platz in der Herberge gefunden habe und nach Ägypten geflohen sei.
Der diesjährige Christbaum auf dem Petersplatz kommt aus Trient, die Weihnachtskrippe ist ein Geschenk des Erzbistums und der Regierung von Malta. In die Krippenszene auf dem Petersplatz ist auch ein typisch maltesisches Fischerboot eingebettet. Zahlreiche Migranten erreichen in solchen traditionellen "Luzzus", die auf christliche Namen getauft sind und Augen am Bug haben, die europäische Mittelmeerküste – wenn sie die gefährliche Flucht überleben. 2016 ertranken im Mittelmeer deutlich mehr Menschen als im vergangenen Jahr. 4715 sind tot oder werden vermisst, wie aus Zahlen der internationalen Migrationsbehörde IOM hervorgeht. Das Boot in der Krippenszene erinnere somit an die "tragische Realität der Flüchtlinge, die sich in Booten Richtung Italien aufmachen", so der Papst. Von der Krippe gehe eine Botschaft der Brüderlichkeit, des Willkommenseins und der Solidarität aus, sagte Franziskus.
Trümmer aus Norcia auf dem Petersplatz
Neben dem Stall der Weihnachtskrippe ist auch ein Überbleibsel der zerstörten Basilika von Norcia zu sehen. Wie Radio Vatikan berichtete, hatten Restaurateure der Vatikanischen Museen die Trümmer aus der Erdbebenregion nach Rom gebracht. Traditionell hinterlassen Pilger an der Petersplatz-Krippe Geldspenden. Diese sollen in diesem Jahr den Opfern des verheerenden Erdbebens zugute kommen. (kim/KNA/dpa)