Gebhard Fürst im Gespräch mit einem Journalisten
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Medienbischof sieht Soziale Netzwerke in der Verantwotung

Bischof Fürst warnt vor Fake News

Sie wollen die gesellschaftliche Stimmung manipulieren und sind nur schwer von echten Nachrichten unterscheidbar. Auf Fake News gibt es laut Medienbischof Fürst nur eine Antwort.

Bonn - 10.01.2017

Medienbischof Gebhard Fürst hat vor den Gefahren von sogenannten Fake News gewarnt. Zurecht sei in den vergangenen Wochen auf eine mögliche externe Einflussnahme auf die Politik in Deutschland hingewiesen worden, sagte der Vorsitzende der publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn. Er begrüßt, dass sich die Große Koalition in Berlin dieses Themas verstärkt annehmen wolle.

Gesellschaftliche Stimmung beeinflussen

In den vergangenen Monaten kam es in den sozialen Netzwerken vermehrt zur Verbreitung sogenannter Fake News (Falschmeldungen), die mitunter auch von Journalisten aufgegriffen werden. Dabei werden Geschichten erfunden, verfälscht oder dramatisiert, um einzelne Personen oder Personengruppen zu diffamieren und die gesellschaftliche Stimmung zu beeinflussen.

Verschiedene Social Media-Apps auf einem iPhone.

Bei der Bekämpfung von Fake News sieht Medienbischof Fürst vor allem die Sozialen Medien in der Verantwortung.

"Es wird Zeit, dass die Sozialen Netzwerke sich nicht mehr hinter den Nutzern verstecken, sondern als Medienmaschinen auch den Regeln des Medienrechts unterworfen werden", so der Bischof von Rottenburg-Stuttgart. Bei Fake News gehe es nicht nur um partikuläre Fragen der persönlichen Meinungsfreiheit, der abstrakten Verantwortung von sozialen Netzwerken oder eines fairen Journalismus. "Mit den gewachsenen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters steht vielmehr wieder die grundsätzliche Bedeutung der Medien in einer demokratischen Gesellschaft ganz oben auf der Tagesordnung."

Die Diffamierung als "Lügenpresse" weise darauf hin, "dass mit dem Schwund von Vertrauen in die Medien auch die Demokratie geschwächt wird", sagte Fürst. Medien müssten sich deshalb die Frage stellen, ob sie stets ihrer Verantwortung gerecht würden und das Vertrauen der Bürger verdienten. "Es ist in unserer Gesellschaft offensichtlich Einiges ins Rutschen geraten, wenn viele Menschen der Propaganda anderer Staaten und dubioser Internetquellen mehr vertrauen als den eigenen politischen Akteuren und den freien Medien in Deutschland", so der Bischof.

Fürst: Bürger brauchen Kompetenz im Umgang mit Medien

Da man die aktuellen Herausforderungen nicht allein mit rechtlichen Mitteln bewältigen könne, plädiert Fürst für eine breite Bildungs- und Aufklärungsbewegung zum Thema Medienkompetenz. Je intransparenter das digitale Netz sei, desto kompetenter müssen die Bürger im Umgang damit werden. Dies gelte sowohl mit Blick auf die Falschmeldungen, als auch angesichts der Desinformation im Internet von außen. "Es wäre eine tragische Entwicklung, wenn die demokratischen Entscheidungen unserer freien Gesellschaft am Ende durch die Lügen undemokratischer Kräfte manipuliert würden." (bod)

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