Hui, das ist aber nochmal gut gegangen: Bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich konnte sich Emmanuel Macron gegen seine rechtsextreme Konkurrentin Marine Le Pen überraschend deutlich durchsetzen. Seufzer der Erleichterung gingen durch Europa. Nur bei den katholischen Bischöfen klang das eher wie Zähneknirschen. Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Georges Pontier, rang sich ein gequältes "Man-muss-dem-Sieger-Erfolg-wünschen" ab. Vielleicht hat das damit zu tun, dass in Pontiers Sprengel Marseille Le Pens Partei, der Front National, regelmäßig Spitzenwerte erzielt. Da will man es sich als Hirte mit den eigenen Schäfchen nicht verscherzen. Aber immerhin: Die französischen Bischöfe haben sich geäußert. Die EU-Bischofskommission COMECE dagegen tat das, was sie am besten kann: schweigen. Man äußere sich nur zu europäischen Themen, hieß es.
Wir haben daraufhin mal im Atlas nachgeschlagen. Und siehe: Frankeich gehört zu Europa, ja es bedeckt sogar einen erstaunlich großen Teil davon. Auch in puncto Bevölkerung und Wirtschaftsleistung liegt das Nachbarland recht weit vorne. Nach dem Brexit hätte mit Le Pen ein "Frexit" gedroht. Und dann, nach dem Aus für das Projekt Europa, vielleicht ein "COMExit" - weil unter diesen Umständen eine EU-Bischofskonferenz niemand mehr braucht.
Dabei wurde eben dieses Europa einst aus christlichem Geist heraus gegründet, wie jeder Sonntagsredner gern hervorhebt. Eigentlich höchste Zeit, dass christliche Geister wider den europafeindlichen Ungeist zu Felde ziehen. Also, liebe COMECE, mach mit! Bevor wir uns nun aber in eine Rage hineinschreiben, wollen wir uns ein Beispiel an Würzburgs Bischof Friedhelm Hofmann nehmen, der am Freitag seinen 75. Geburtstag feierte. "Man sollte doch nicht vorzeitig aus der Haut fahren!", lautet dessen Devise.
Recht so. Es gibt schließlich Wichtigeres im Leben als Europa. Die deutsche Leitkultur beispielsweise. Der munteren Debatte, angestoßen von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, gab jetzt sein Kollege Christian Schmidt einen interessanten Spin. Schweinefleisch in Schulkantinen sei ein Beitrag zum Erhalt der "kulturellen Vielfalt", ließ sich der Agrarminister vernehmen. Neuer Vorschlag für den Erfinder des genialen Slogans "One apple a day keeps the Putin away": "Wenn Schüler schmatzend Schnitzel schneiden, tun sie Einheitsbrei vermeiden." Aber bitte: All das auf dem Boden des Grundgesetzes und vorher dem Schwein die Hand reichen. Denn: Wir sind nicht Burka.
War’s das? I wo! Im Bistum Essen kümmern sich künftig zwei "Pop-Kantoren" um moderne Musik im Gottesdienst. Markus (Galla) und Chris (Hees). Everybody, yeah. Rock your body, yeah. Angesichts der verstörenden Nachrichten aus aller Welt von Trump bis Erdogan denken wir im Wonnemonat Mai allerdings ganz "old style" an einen klassischen Kirchenschlager: O Maria hilf!