Ein Trumpel reist durch die Welt. Nie lange an einem Ort. Die Reden bitte kurz. Der Präsident hat nur eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne. Wofür braucht es eigentlich Satire, wenn man solch einen Staatschef Nummer eins hat? Einen US-Präsidenten der Pfostenschüsse – dabei ist den Pfosten zu treffen eigentlich schwieriger, als ins Tor zu schießen.
Ein Trumpel in Riad. Ein königsgleiches Empfangszeremoniell. Und eine Rede. Man wolle dem islamistischen Terror gemeinsam die Finanzwege abdrehen. Gleichzeitig: multimilliardenschwere Rüstungsdeals mit den Saudis, die weltweit notorisch ihren Steinzeit-Islam befördern. Mit 110 Milliarden Dollar das wohl größte US-Waffengeschäft aller Zeiten. Ein Doppelbock als Gärtner. Abseits der TV-Kameras: mutmaßlich Dutzende Saudi-Führer, die wegen akuter Lachanfälle in Krankenhäuser eingeliefert werden. Sie wahrten das Protokoll wohl nur, weil sie sich zwischenzeitlich unter das eigene Gewand zurückziehen konnten.
Ein Trumpel in Israel. Ins Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem schreibt er: "Es ist eine Ehre, mit all meinen Freunden hier zu sein - so fantastisch." Der Historiker Mosche Zimmermann: "Das schreibt man, wenn man oben auf der Zugspitze steht und die Landschaft bewundert." Dafür schenkt Trumpel den Palästinensern noch einen ein. Ex-Hamas-Chef Khaled Meshal beklagte sich, in eine Reihe gestellt mit al-Kaida und dem "Islamischen Staat" gestellt zu werden. Der Widerstand der Hamas sei auf Palästina beschränkt; er richte sich nur gegen die israelischen Besatzer. "Wir sind keine blutrünstigen Mörder, die weltweit unschuldige Menschen töten."
Ein Trumpel im Vatikan: eine 64-Auto-Kriegsflotte, die durch den Lieferanteneingang muss. Dem Papst war der normale Ablauf der anschließenden Generalaudienz wichtiger. Franziskus schaut beim Fotografentermin betreten zu Boden, während der Präsident breitest grinst. Keine 30 Minuten später ist das ganze vorbei. "So eine Ehre erhält man nur einmal im Leben", twittert Trumpel anschließend. "Ich verlasse den Vatikan entschlossener denn je, in der Welt nach FRIEDEN zu streben." Grüße aus Riad.
Franziskus gibt dem Trumpel seine Lehrschreiben mit: seine Umwelt-Enzyklika und eine signierte Botschaft zum Weltfriedenstag 2017. Darin geht es um Gewaltfreiheit als politische Strategie und um Abrüstung. Diesmal grüßt Heraklit von Ephesos (535 -475 v. Chr): "Dem Blöden fährt bei jedem sinnvollen Wort der Schrecken in die Glieder." Vorsicht also bei der Lektüre.
Zuletzt: Ein Trumpel in Taormina: Wenige Stunden noch darf er einen Wichtigen der Welt mimen. Danach wartet zuhause das Desaster: Russland-Ermittlungen und ein drohendes Impeachment. 23 Millionen US-Amerikaner, die künftig wieder keine Krankenversicherung haben werden.
Und was war noch? Neue Kardinäle. Wieder vom Rand. Aus Laos und aus Mali. Und ein gar nicht so alter Schwede.
Und die nächsten kranken Hirne. In Ägypten diesmal und in Manchester. Vorschlag zur Güte: Es braucht eine Stadt mit einer sehr großen Freifläche. Da hosted man dann ein internationales Selbstmordattentätertreffen. Man spendiert eine Kartoffelsuppe - und dann gibt‘s einen riesigen Knall und der Spuk ist vorbei. Vielleicht also besser Bohnensuppe - oder Erbsen. Oder eine Gulaschkanone. Politisch korrekt wäre, mehrere Suppen anzubieten. Damit sich keiner diskriminiert fühlt.