Deutschland nimmt nicht an Atomwaffen-Konferenz teil

Bischof Ackermann kritisiert Bundesregierung

Aktualisiert am 12.06.2017  –  Lesedauer: 
Rüstungspolitik

Bonn/Trier ‐ Ab Donnerstag wird bei den Vereinten Nationen in New York über ein mögliches Verbot von Atomwaffen verhandelt - ohne die Bundesrepublik Deutschland. Bischof Stephan Ackermann hat dazu eine klare Meinung.

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Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat das Fernbleiben Deutschlands an der am Donnerstag beginnenden zweiten Vorbereitungskonferenz der Vereinten Nationen (UN) für ein Verbot von Nuklearwaffen kritisiert. Das Argument der Bundesregierung, Deutschland verfüge über keine Atomwaffen, könne nicht überzeugen, da die Bundeswehr aufgrund der so genannten nuklearen Teilhabe in das System der atomaren Abschreckung eingebunden sei, erklärte Ackermann am Montag als Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Friede).

"Die Regierung schwächt mit ihrem Fernbleiben ihre Glaubwürdigkeit in Fragen nuklearer Abrüstung", betonte der Bischof. Zwar sei die Zahl der Atomwaffen nach dem Ende des Kalten Krieges deutlich verringert worden, doch würden in jüngster Zeit Sprengköpfe mit größerer Einsatzfähigkeit entwickelt. "Die bekannten Risiken der atomaren Abschreckung zeigen sich gegenwärtig erneut deutlich im Zusammenhang der Krise in den Beziehungen zwischen Nordkorea und Südkorea sowie den USA", so Ackermann.

Papst für generelles Verbot von Kernwaffen

Die zweite UN-Konferenz zum Verbot von Nuklearwaffen findet vom 15. Juni bis zum 7. Juli in New York statt. Zur ersten Runde der Verhandlungen im Februar und März hatte sich Papst Franziskus in einer Botschaft für ein weltweites Verbot von Nuklearwaffen eingesetzt. Franziskus und der deutsche Militärbischof Franz-Josef Overbeck kritisierten damals das Fernbleiben nahezu aller Nato-Mitgliedstaaten sowie Russlands von der Konferenz. (KNA)

Linktipp: Papst fordert Abschaffung von Atomwaffen

Konflikte sind mit Worten zu lösen, nicht mit Atomsprengköpfen, fordert Franziskus zum Weltfriedenstag. Es brauche dazu eine "aktive Gewaltfreiheit". Eine besondere Rolle komme dabei den Frauen zu. (Artikel von Dezember 2016)