Kritik am Markenschutz für Mutter Teresas Ordenskleid
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Kurienkardinal spricht von unangemessener Kommerzialisierung

Kritik am Markenschutz für Mutter Teresas Ordenskleid

Das Ordenskleid von Mutter Teresa steht neuerdings unter Markenschutz. Im Vatikan sieht man diese Entscheidung nicht gern – und spricht deswegen sogar von einer "Beschmutzung des Ansehens" des Ordens.

Bonn/Vatikanstadt - 20.07.2017

Die Eintragung des Markenschutzes für das Ordenskleid der Mutter-Teresa-Schwestern stößt auf Kritik aus dem Vatikan. Der Kurienkardinal José Saraiva Martins, emeritierter Präfekt der Heiligsprechungskongregation, bezeichnete Mutter Teresa als "universelles Symbol, das von Gläubigen, Nichtgläubigen und Gläubigen anderer Religion geliebt" werde, wie das italienische Magazin "Panorama" berichtet. Es sei absurd, wenn man für die Verwendung des weißen Saris mit den blauen Streifen jetzt eine Gebühr zahlen müsse.

"So etwas höre ich zum ersten Mal", so Saraiva Martins: "Das ist sicher kein ehrenvolles Angedenken der Heiligen, sondern eine fragwürdige und unangemessene Kommerzialisierung, die aufhören muss." Die Eintragung der Marke beschmutze das Ansehen von Mutter Teresa und all ihrer Schwestern. Laut "Panorama" sei der Markenschutz für den Habit und sein charakteristisches Muster im Vatikan bei einigen Verantwortlichen nicht gut aufgenommen worden.

Markenschutz soll Missbrauch des Symbols verhindern

Kardinal José Saraiva Martins war von 1998 bis 2008 Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse. In seine Amtszeit fiel der Seligsprechungprozess von Mutter Teresa, der mit besonderer Erlaubnis des Papstes bereits 1999, zwei Jahre nach dem Tod der Ordensfrau, begann. Mutter Teresa wurde 2003 selig- und 2016 heiliggesprochen. Ihr Gedenktag ist ihr Todestag, der 5. September.

Linktipp: Abhängig von der Barmherzigkeit Gottes

Die Not der Armen teilen, die Kranken und Gefangenen annehmen – und nie nein zu Jesus sagen. So lebte die heilige Mutter Teresa von Kalkutta. Selbst, als sie sich von Gott verlassen fühlte, stand sie treu zu ihrer Berufung zur Nächstenliebe. So hat ihr Weggefährte Leo Maasburg die Ordensgründerin erlebt.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe auf Betreiben eines Patentanwalts bereits 2016 die Markenrechte für das Ordenskleid der Schwestern haben eintragen lassen. Zunächst erstreckt sich der Markenschutz nur auf Indien, eine weltweite Ausweitung wird gerade angestrebt. Zuerst hätten die Schwestern ihr Ordensgewand nicht rechtlich schützen wollen, berichtet der Anwalt des Ordens. Er habe sie aber überzeugen können, dass nur so ein Missbrauch verhindert werden könne. Es werde keine Genehmigungen für andere religiöse Gemeinschaften und gemeinnützige Organisationen geben, das Muster zu verwenden.

Ordensgewand symbolisiert Zuwendung zu den Armen

Der Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe wurde 1950 von Mutter Teresa in Kalkutta gegründet. Als Ordensgewand wählte sie den Sari als einfache Kleidung der Armen aus. Die Farbe der Borte ist das Blau der Gottesmutter, die zwei schmalen Streifen symbolisieren Armut und Gehorsam, der breite dritte Streifen Keuschheit und die Sorge für die Armen. Das Weiß des Stoffes steht für Wahrheit und Reinheit.

Heute gehören etwa 5.000 Schwestern zu dem Orden, die neben den drei Gelübden von Armut, Keuschheit und Gehorsam auch ein viertes ablegen, "den Ärmsten der Armen aus ganzem Herzen und ohne Gegenleistung" zu dienen. Schwerpunkt des Ordens ist die Sorge für Kranke und Sterbende. (fxn)

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An dem Gotteshaus in Pristina wird seit 2007 gebaut. Obwohl es noch nicht ganz fertig ist, erfolgt bald die Weihe der Kathedrale. Der Termin ist sorgfältig gewählt.