Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm
Kardinal und Landesbischof als "ökumenische Symbolgestalten" geehrt

Ökumene-Preis für Marx und Bedford-Strohm

Ökumene - Gemeinsame Auftritte und Gebete: Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sind zu "ökumenischen Symbolgestalten" geworden. Jetzt wurden sie dafür ausgezeichnet.

München - 18.12.2017

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx (64) und der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (57) haben den Ökumenischen Preis der Katholischen Akademie in Bayern erhalten. Damit würdigte die Akademie am Montag in München die Anstrengungen des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) um eine ökumenische Gestaltung des zurückliegenden Reformations-Gedenkjahrs. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro verbunden.

In der Begründung heißt es, neben Buß- und Bittgottesdiensten, Tagungen, Besuchen und Begegnungen hätten sich vor allem die gemeinsamen Gebete eingeprägt. Durch gemeinsame Auftritte seien die höchsten Repräsentanten der beiden großen Kirchen in Deutschland immer mehr zu "ökumenischen Symbolgestalten" geworden.

Der Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR), Ulrich Wilhelm, nannte Marx und Bedford-Strohm einen "wahren Glücksfall" für das Miteinander der Kirchen. Das beginne damit, dass sie in München zu Hause seien und der Weg von einem zum anderen nur wenige hundert Meter betrage.

Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx teilen sich einen Liedzettel.
Bild: © KNA

Bei der Pilgerreise der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland ins Heilige Land verstanden sie sich auch privat sichtlich gut: Heinrich Bedford-Strohm (r.), Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Hier bei einer Bootsfahrt auf dem See Genezareth am 17. Oktober 2016.

Doch auch eine solch kurze Entfernung müsse man gehen und nutzen wollen. Genau dies hätten die beiden getan und aus dem Reformationsjahr ein Christusfest gemacht. In die Ökumene hätten sie zudem die Freundschaft mit eingebracht: "Und ich habe das Gefühl, Papst Franziskus könnte in Ihrem Bunde der Dritte sein."

Freundschaft bedeute aber nicht Einförmigkeit, sagte Wilhelm laut Manuskript. Vielmehr hätten Marx und Bedford-Strohm auch unterschiedliche Positionen vertreten, etwa bei der Diskussion um die "Ehe für alle". Dies hätten sie stets in großem Respekt voreinander getan. Ihr Beispiel zeige, Christen könnten in der Öffentlichkeit gemeinsam auftreten, auch wenn sie in manchen Fragen unterschiedlicher Auffassung seien.

Der Preis existiert seit 1995 und wird derzeit alle zwei bis drei Jahre für besondere Leistungen zur Förderung der Ökumene zwischen der katholischen Kirche und den Kirchen der Reformation vergeben. 2016 ging er an den damaligen Außenminister und heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Zuvor hatten etwa die ökumenische Gemeinschaft von Taizé oder Kardinal Walter Kasper die Auszeichnung erhalten. (rom/KNA)