Kardinal Rainer Maria Woelki empfängt das Kölner Dreigestirn.
Ökumenischer Gottesdienst für Karnevalisten in Köln

Woelki: Karneval feiern - trotz Terrorangst

Erzbistum Köln - Das Leben sei ein Fest, deshalb müsse man sich freuen, so stehe es auch im Lukas-Evangelium: So rief der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die Karnevalisten der Domstadt auf, sich nicht von Furcht lähmen zu lassen.

Köln - 04.01.2018

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ermutigt die Karnevalisten, trotz Angst vor möglichen Anschlägen oder Übergriffen zu feiern. Es gebe viele Gründe dankbar, freudig und ausgelassen zu sein, sagte er am Donnerstagabend im Kölner Dom. "Gott schenkt uns so viel, und er schenkt uns auch die Freude, die Musik, den Tanz." Er wolle, dass alle Menschen sich des Leben freuen. Dass das allerdings nicht alle könnten, gehöre "zu den traurigen Seiten des Lebens, die auch der Karneval nicht einfach zur Seite schieben kann", sagte Woelki laut Redemanuskript beim traditionellen ökumenischen Gottesdienst für die Karnevalisten.

Es gebe ein Wort, das im Original auf Karl Marx zurückgehe, sagte Woelki. Es laute "Die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen" und passe gut zum diesjährigen Sessionsmotto des Kölner Karnevals "Mer Kölsche danze us der Reih" ("Wir Kölner tanzen aus der Reihe"). "Der Kölner Karneval - sicherlich eine Ausnahmezeit - zeigt, dass die Verhältnisse auf den Kopf gestellt gehören, dass es gilt aus der Reihe zu tanzen, damit wir Menschen uns mit nichts abfinden, das ungerecht ist, und mit nichts, das nur um der Ordnung willen ordentlich ist", so der Kardinal vor den Jecken in Kostümen und Uniformen im Dom.

Das Leben sei ein Fest, deshalb müsse man sich freuen, so stehe es auch im Lukas-Evangelium. Es gelte "mal ordentlich aus der Reihe zu tanzen um Gott und der Menschen willen", sagte der Kardinal. An der Feier nahmen auch der evangelische Superintendent Rolf Domning und der katholische Stadtdechant Robert Kleine teil. Die Kollekte kommt nach Angaben des Erzbistums Köln der Karnevalsnäherei "casa blanca" zugute. In dem Sozialprojekt des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) werden Frauen beschäftigt, die von Sozialhilfe leben und Probleme beim Widereinstieg in den Beruf haben. (KNA)