Kardinal Meisner wirbt für Eucharistischen Kongress in Köln

Feiert den Glauben!

Der Kölner Dom.
Bild: Fotolia.com/davis

Meisner betonte, er erhoffe sich von dem Kongress eine "Vertiefung von Glaube und Wissen über das eucharistische Geheimnis" sowie eine gegenseitige Stärkung durch Gebet und Bekenntnis. Außerdem solle die Veranstaltung drei Jahre nach der Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche zur Heilung der Wunden beitragen und ein Signal des Aufbruchs aussenden.

Im Mittelpunkt des Kongresses steht das Sakrament der Eucharistie, bei dem die katholischen Gläubigen in Erinnerung an das letzte Abendmahl Christi dessen Gegenwart in Brot und Wein feiern. Ähnlich wie bei einem Weltjugendtag bietet das Programm des Treffens Gottesdienste, Katechesen und Glaubensgespräche - allerdings für alle Generationen. Begleitet wird die Veranstaltung, die von der Deutschen Bischofskonferenz veranstaltet und vom Erzbistum Köln ausgerichtet wird, von einem umfangreichen Kulturprogramm.

Open-Air-Gottesdienst zum Auftakt

Eröffnet wird der Eucharistische Kongress mit einem Open-Air-Gottesdienst am Kölner Tanzbrunnen, der Abschlussgottesdienst soll im Rhein-Energie-Stadion stattfinden. In den Tagen dazwischen finden nach Angaben der Veranstalter 80 Katechesen und Messfeiern in 32 Kölner Kirchen statt. Darüber hinaus seien 40 Tageszeitliturgien und gestaltete Gebetszeiten sowie Möglichkeiten zur Beichte geplant.

Kommt Franziskus nach Köln?

Kommt Franziskus nach Köln?

Wird der Papst den Eucharistischen Kongress in Köln besuchen? Kardinal Meisner erzählt...

Peter Philipp

Video ansehen

Zudem sind während des Kongresses 70 Ausstellungen, 30 Konzerte, ein 30-stündiges Bühnenprogramm und 20 Podien zu kirchlichen und gesellschaftlichen Themen geplant. Als einen Höhepunkt des Rahmenprogramms nannten die Veranstalter das Konzert "Fest im Glauben" in der Lanxess Arena, bei dem unter anderem die Kölner Band "De Bläck Fööss" und der bekannte Klezmer-Musiker Giora Feidman auftreten.

Spekulationen um Papst-Teilnahme

Meisner betonte, dass nahezu alle deutschen Bischöfe an dem Kongress teilnehmen und auch selbst eine Katechese halten würden. Mit Blick auf die anhaltenden Spekulationen um eine mögliche Teilnahme von Papst Franziskus wiederholte der Kardinal seine Aussage, dass das neue Kirchenoberhaupt die Einladung nach Köln bislang noch nicht abgelehnt habe.

Nach Angaben von Kongress-Projektleiter Hermann-Josef Johanns liegen bislang rund 13.000 Anmeldungen für das Treffen vor. Gerechnet werde insgesamt mit rund 30.000 Dauerteilnehmern und Tagesgästen. Meisner betonte, dass erfahrungsgemäß die meisten Anmeldungen erst in der letzten Phase vor der Veranstaltung zu erwarten seien. Die Kosten für den fünftägigen Kongress liegen den Angaben zufolge im einstelligen Millionenbereich. Zwar sei dies "nicht ganz billig", die Eucharistie sei "uns aber lieb und teuer", betonte der Kardinal. (mit Material von KNA)

Eucharistie

Die kirchliche Feier des Abendmahls erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Aposteln vor seiner Kreuzigung. Dabei teilte er ihnen Brot und Wein aus mit den Worten "Das ist mein Leib" und "Das ist mein Blut". Seit der ältesten Zeit begehen die christlichen Gemeinden zur Erinnerung an die Heilstaten Christi und dessen Auftrag "Tut dies zu meinem Gedächtnis" diese Mahlfeier. In der katholischen Kirche ist die seit dem zweiten Jahrhundert übliche Bezeichnung Eucharistie (Danksagung) gebräuchlich, während die evangelischen Kirchen in der Regel den Begriff Abendmahl vorziehen. Nach katholischer Auffassung, die im Konzil von Trient (1545-1563) festgeschrieben wurde, ist dabei Jesus Christus real in den Zeichen von Brot und Wein gegenwärtig, die dabei ihre "Substanz" ändern. In den reformatorischen Kirchen liegen die Akzente stärker auf dem Bekenntnis und Gedächtnis, die Lehre von der "Realpräsenz" Christi wird dabei in den verschiedenen Kirchen der Reformation unterschiedlich gedeutet. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Bedeutung der Abendmahlsfeiern im Protestantismus deutlich zugenommen, nicht zuletzt als Folge der Evangelischen Kirchentage. Die reformatorischen Kirchen in Europa praktizieren seit 1973 untereinander Abendmahlsgemeinschaft und laden dazu auch andere Getaufte ein. Die katholische Kirche versteht dagegen die Gemeinschaft am Altar als Ausdruck der Einheit in Glaube und Lehre. Zur Kommunion sind daher in der Regel nur Katholiken sowie Mitglieder der unierten orientalischen Kirchen zugelassen. Evangelische Christen dürfen nur in wenigen Ausnahmefällen - etwa in bestimmten Notlagen - die Eucharistie empfangen. Katholiken ist Teilnahme an protestantischen Abendmahlsfeiern untersagt. (KNA)

Steffen Zimmermann

Schlagworte: