Hamburger Erzbischof predigt bei Vollversammlung

Heße: Bischöfe müssen Blick auf Wirklichkeit richten

Heße: Bischöfe müssen Blick auf Wirklichkeit richten
Bild: KNA

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße hat die deutschen Bischöfe dazu aufgerufen, ihren Blick auf die Wirklichkeit zu richten. "Das Gute ist das Wirklichkeitsgemäße: Wer Gutes tun und wissen will, muss seinen Blick auf die Wirklichkeit richten", sagte Heße am Mittwoch in einem Gottesdienst anlässlich der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt. Heße zitierte hierbei den katholischen Philosophen Josef Pieper (1904-1997).

Das Programm Jesu bestehe darin, immer tiefer in die Wirklichkeit hineinzukommen, so Heße weiter. Christen schwebten nicht über dem Boden, sondern glaubten an die Menschwerdung Gottes. "Deshalb packen wir als Bischöfe viele Themen an, um in die Wirklichkeit der Welt tiefer hineinzukommen." Als Beispiel verwies der Hamburger Erzbischof in seiner Predigt in der Kirche St. Moritz auf den heutigen Studientag der Vollversammlung zu den katholischen Kirchen in Osteuropa. 

Das Böse nimmt die Wirklichkeit nicht ernst

Gott habe die Welt gut geschaffen, wolle dem Menschen Gutes und denke groß von jedem Einzelnen, erklärte Heße. Deshalb sei die Wirklichkeit des Lebens "Gottes liebender Blick" und seine Verheißungen und Zusagen. Das Böse hingegen sei das Verfehlen der Wirklichkeit. Es nehme die Wirklichkeit als Ganze nicht ernst und blende es aus.

Die Fastenzeit ruft laut Heße in besonderer Weise dazu auf, "sich der eigenen Wirklichkeit zu stellen". Das bedeute sich den eigenen Möglichkeiten zu stellen, aber auch den verpassten Chancen. 

Die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz tagt seit Montag in Ingolstadt. Themen sind unter anderem der Umgang der Kirche mit Geld, die Jugendsynode im Vatikan und das Verhältnis zu den Kirchen in Osteuropa. (tja)