Kiepenkerl vor Giebelhäusern
Großveranstaltung passt nach Amokfahrt von Münster Sicherheitskonzept an

Katholikentag nach Amokfahrt: Altstadt wird gesperrt

Katholikentag - Nach der Amokfahrt von Münster ist das Sicherheitskonzept des Katholikentages vom 9. bis 13. Mai angepasst worden. Mehrere Straßen der Innenstadt werden für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Münster - 03.05.2018

Das Sicherheitskonzept für den 101. Katholikentag in Münster vom 9. bis zum 13. Mai steht. Ein sicherer Ablauf der mehr als 1.000 Veranstaltungen habe höchste Priorität und sei gewährleistet, sagte Katholikentagsgeschäftsführer Roland Vilsmaier am Donnerstag in Münster. Nach der tödlichen Fahrt eines Kleinbusses von Anfang April in der Münsteraner Altstadt sei das Konzept nochmals auf Herz und Nieren mit den Behörden geprüft worden. All diese Gespräche hätten ein beruhigendes Ende genommen. Laut Polizei habe sich durch die Tat das Gefährdungsrisiko in der Stadt nicht erhöht.

Bei dem Vorfall hatte ein Mann mit offenbar psychischen Problemen einen Campingbus in eine Menschenmenge vor einem Restaurant gelenkt. Drei Menschen starben, der Fahrzeuglenker erschoss sich. .Um Amokfahrten mit schweren Lastwagen zu verhindern, werden beim Katholikentag an ausgewählten Punkten Wassertanks oder Fahrzeuge als Sperren aufgestellt.

Wichtigste Maßnahme für die Sicherheit der Besucher ist den Angaben zufolge die Sperrung von mehreren Straßen im Innenstadtbereich für den motorisierten Verkehr. Darunter fällt auch die Sperrung der vierspurigen Bundesstraße B51 vor dem Schlossplatz. Es ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen.

Zudem werden nach Worten des Beigeordneten der Stadt Münster, Wolfgang Heuer, Tempo-30-Zonen dort eingerichtet, wo Veranstaltungen stattfinden. Die Polizei werde überall in der City präsent sein, ebenso Feuerwehr und Rettungsdienste der Malteser sowie in Sicherheit geschulte Ordner des Veranstalters. Das Konzept sei in eineinhalbjähriger Arbeit erstellt worden. Es sei nicht öffentlich, was ebenfalls zu den Sicherheitsmaßnahmen gehöre.

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"Sie werden viel Polizei sehen. Wir haben aber die Anzahl der Beamten nach der Amokfahrt für den Katholikentag nicht aufgestockt", sagte Martin Mönninghof für die Polizei in Münster. Taschenkontrollen und damit verbundene lange Wartezeiten soll es beim Katholikentag unter dem Motto "Suche Frieden" nur bei vereinzelten Veranstaltungen geben.

Erhöhte Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte erhalten Großveranstaltungen mit Polit-Prominenz. Als Beispiele wurden die Eröffnungsfeier mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Mittwochabend, eine Podiumsveranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag sowie ein Programmpunkt mit dem kolumbianischen Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos genannt.

Zum Katholikentag unter dem Motto "Suche Frieden" werden mehrere Zehntausend Besucher erwartet. Geplant sind über 1.000 Veranstaltungen, darunter drei Dutzend "Große Podien" zu politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Themen. Hinzu kommen etwa 300 Kulturveranstaltungen und 160 Foren. Veranstalter ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Das Bistum Münster ist Gastgeber. (luk/KNA/dpa)