Papst Franziskus hält seinen Bischofstab.
Kirche verfüge bereits über die nötigen rechtlichen Instrumente

Missbrauch: Papst soll keine weiteren Maßnahmen planen

Der Brief des Papstes zum Thema Misbrauch hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Dabei will Franziskus es aber offenbar nun belassen. Quellen im Vatikan zufolge sollen keine weiteren Anweisungen des Papstes mehr folgen.

Rom - 24.08.2018

Papst Franziskus plant einem Bericht zufolge keine weiteren Anweisungen an die katholischen Bischöfe zum Umgang mit der Missbrauchskrise. Quellen im Vatikan hätten dementiert, dass ein Dokument in Vorbereitung sei, das nach der Irland-Reise des Papstes veröffentlicht werden solle, meldete die Internetseite "Vatican Insider" (Freitag). Demnach meine Franziskus, die katholische Kirche verfüge bereits über die nötigen rechtlichen Instrumente, um sexuellen Missbrauch zu bekämpfen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen, schrieb der Vatikan-Experte Andrea Tornielli.

"Null Toleranz"

In Reaktion auf einen Missbrauchsbericht im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte der Papst am Montag einen Brief an die Katholiken weltweit gerichtet, in dem er kirchliche Versäumnisse bei der Ahndung sexueller Vergehen an Minderjährigen beklagte und sich für "Null Toleranz" aussprach. Das Schreiben war jedoch pastoral geprägt und enthielt keine Hinweise auf konkrete Sanktionen. Zugleich betonte er, die Wunden der Opfer verjährten nie.

Nach dem katholischen Kirchenrecht stehen für die Verfolgung von Missbrauchsvergehen sowohl Diözesangerichte als auch eine strafrechtliche Abteilung der Glaubenskongregation zur Verfügung. Die Vertuschung von Missbrauchsfällen oder schwere Versäumnisse bei der Aufklärung seitens Bischöfen wären als Amtspflichtverletzung nach Kirchenrechts-Kanon 1389 zu ahnden. Papst Franziskus machte wiederholt deutlich, dass er am Grunde des Missbrauchsskandals einen Machtmissbrauch durch Kleriker sieht. (KNA)