Impulse von außerhalb positiv

Erzbischof Koch: Kirche braucht mehr Offenheit

Erzbischof Koch: Kirche braucht mehr Offenheit
Bild: dpa/Arno Burgi

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch verlangt eine größere Offenheit der Kirche gegenüber anders denkenden und lebenden Menschen. Die Kirche habe in ihrer Geschichte viele Impulse von Menschen und Gruppen erfahren, die nicht zu ihr gehörten, sagte er am Donnerstag in einem Gottesdienst zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda.

Auch die durch die Missbrauchsskandale ausgelöste Welle der Empörung in der Gesellschaft sei für die Kirche "eine große Herausforderung zu lernen", fügte er hinzu. Es gehe um die Frage, wie sie sich gegenüber den Opfern verhalte und wie sie mit den Tätern umgehe, so der Erzbischof. "Welche kirchlichen Strukturen müssen wir infrage stellen, verändern und weiterentwickeln? Wie können wir verhindern, dass Menschen einen kirchlichen Beruf übernehmen und dort einen eher geachteten Rahmen finden, um ihre gefährlichen Neigungen auszuleben?"

Der Erzbischof beklagte zugleich eine gesellschaftliche Tendenz der Abschottung unterschiedlicher Gruppen. "Viele Gruppierungen, Parteien und weltanschauliche Gemeinschaften, kulturelle und wirtschaftliche Vereinigungen stehen meistens unverbunden nebeneinander", sagte er. Ihre Mitglieder bekräftigten sich in ihrer Überzeugung, sie benutzten den gleichen Sprachstil, hätten ähnliche Wahrnehmungen und Handlungsprioritäten. Wahrheitserkenntnis wachse aber besonders auch durch Menschen, die nicht zum vertrauten Kreis gehörten. (KNA)