Weitere fünf Jahre im Amt

Boeselager als Großkanzler der Malteser bestätigt

Aktualisiert am 02.05.2019  –  Lesedauer: 

Rom ‐ Seit 2014 hatte er den Posten inne, wurde aber 2016 aufgrund interner Querelen zeitweise für abgesetzt erklärt: Nun hat das Generalkapitel des Malteserordens den Deutschen Albrecht von Boeselager als Großkanzler bestätigt.

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Der Deutsche Albrecht Freiherr von Boeselager bleibt für weitere fünf Jahre Großkanzler des Souveränen Malteserordens. Wie der Orden am Donnerstag mitteilte, bestätigte das in Rom tagende Generalkapitel den 69-jährigen Juristen im Amt. Als Großkanzler ist Boeselager Chef der Exekutive und sowohl für die Verwaltung als auch für die Außenbeziehungen des international karitativ tätigen Ordens zuständig. Boeselager hat den Posten seit 2014 inne, wurde aber 2016 aufgrund interner Querelen zeitweise für abgesetzt erklärt.

Zum Großkomtur für die geistliche Leitung wählte das Generalkapitel Ruy Goncalo do Valle Peixoto de Villas Boas (79) aus Portugal. Er löst den Österreicher Ludwig Hoffmann-Rumerstein (82) ab. Erstmals nahmen laut der Mitteilung drei weibliche Ordensmitglieder, sogenannte "Damen", an der alle fünf Jahre tagenden Wahl- und Leitungsversammlung teil; es handelte sich um die Leiterinnen der Malteser-Verbände in Argentinien, Skandinavien und Singapur.

Fortsetzung interner Reformen

Der seit Mai 2018 amtierende Malteser-Großmeister Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto kündigte eine Fortsetzung interner Reformen an. Die christliche Identität wie auch die Souveränität des Ordens und seine Hilfstätigkeit verlangten ein Regelwerk, das den Anforderungen des 21. Jahrhunderts besser entspreche, erklärte Dalla Torre.

Laut der Mitteilung nahmen an dem zweitägigen Generalkapitel 62 Ordensvertreter aus fünf Kontinenten teil. Mitglieder des neugewählten Souveränen Rats, der den Großmeister bei der Leitung unterstützt, sind der Österreicher Gottfried von Kühnelt-Leddihn und der Deutsche Winfried Graf Henckel von Donnersmarck. Einem weiteren Leitungsgremium gehört der Österreicher Olivier Freiherr von Loudon Vorst-Gudenau an, Vorsitzender des Finanz-Aufsichtsrats ist der Deutsche Dominicus Freiherr von Mentzingen.

Der Malteserorden steht in der Tradition des "Ritterordens vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem", dem im 11. Jahrhundert gegründeten weltweit ersten christlichen Krankenpflegeorden. Als katholischer Orden ist der Souveräne Malteserorden dem Heiligen Stuhl unterstellt. Zugleich ist er politisch ein eigenes Völkerrechtssubjekt.

Die Malteser haben nach eigenen Angaben 13.500 männliche und weibliche Ordensmitglieder sowie rund 120.000 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter. Sie sind weltweit in der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe sowie im Gesundheitssektor aktiv. (KNA)