Deutsche Bischöfe zeichnen aus

Gewinner des katholischen Preises gegen Rassismus stehen fest

Aktualisiert am 07.05.2019  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Vier Initiativen erhalten in diesem Jahr den "Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus" der deutschen Bischöfe. So konnten die Gewinner die Jury überzeugen.

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Der "Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus" geht in diesem Jahr an das Projekt "Global Village: Weltort Lennep". Die Initiative der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Bonaventura und Heilig Kreuz im nordrhein-westfälischen Remscheid-Lennep erhält den mit 4.000 Euro dotierten ersten Preis für einen kreativen und sensiblen Austausch zwischen Kulturen und Generationen, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn mitteilte.

"Der Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus verdeutlicht auch dieses Jahr wieder: An vielen Orten in unserem Land gibt es Leuchttürme des kirchlichen Engagements. Dies macht mich zuversichtlich und dankbar", sagte der Vorsitzende der Migrationskommission der Bischöfe, der Hamburger Erzbischof Stefan Heße.

KLJB und Caritas gewinnen zweite Preise

Die beiden zweiten Preise (jeweils 3.000 Euro) erhalten demnach die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) und der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland für ihre gemeinsame Initiative "Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus" sowie das Caritas-Projekt "Lesekoffer Flucht und Vertreibung". Mit einem "Sonderpreis für eine innovative Projektidee" (1.500 Euro) wird das Projekt "Cafe Hoffnung" der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird zum dritten Mal vergeben. Der Jury-Vorsitzende Heße betonte, dass der Glaube an Jesus Christus zahlreiche Menschen motiviere, sich für ein respektvolles Miteinander einzusetzen.

Erzbischof Stefan Heße
Bild: ©Erzbistum Hamburg/Guliani/vonGiese co-o-peration

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Bischöfe, der Hamburger Erzbischof Stefan Heße.

Das "Global Village: Weltort Lennep" macht laut Jury erfahrbar, was Menschen unterschiedlicher Prägung verbindet: Flüchtlinge, Senioren, Kinder und Jugendliche, Mitglieder der Spanischen Mission und Menschen in schwierigen Lebenslagen suchen beim örtlichen "Lotsenpunkt" Unterstützung. Durch persönliche Stadtführungen, die in Gesprächen, szenischem Spiel und durch kulinarische Spezialitäten von der Vielfalt des Quartiers erzählen, entstünden Räume des Austauschs, die der gesamten Stadtgesellschaft zugutekämen, so die Jury.

Bei "Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus" handelt es sich um ein interreligiöses Projekt, das junge Menschen für Fragen des Antisemitismus und Extremismus sensibilisieren und zur aktiven Mitgestaltung einer weltoffenen Gesellschaft befähigen will.

Empathie wecken, Vorurteilen entgegenwirken

Das Projekt "Lesekoffer Flucht und Vertreibung" des Caritasverbands Schweinfurt eröffnet Lesern einen persönlichen Zugang zu den Gründen und Ursachen von Flucht und Vertreibung, so die Begründung. Neben der Vermittlung von Faktenwissen gehe es vor allem darum, Empathie zu wecken, Vorurteilen entgegenzuwirken und Verständigung zu ermöglichen.

Das "Cafe Hoffnung" versteht sich als "Wanderakademie gegen die Angst". Herzstück ist ein Cafe-Mobil, das durch Sachsen fährt, um auf Wochenmärkten und Gemeindefesten den Austausch über kulturelle und religiöse Unterschiede anzuregen.

Die Preisverleihung findet am 4. Juli auf der Zeche Carl in Essen statt. Dort wird auch der vierte "Katholische Flüchtlingsgipfel" stattfinden, der fremdenfeindliche Tendenzen als Herausforderung für die kirchliche Flüchtlingsarbeit in den Blick nimmt, wie die Bischofskonferenz ankündigte. (KNA)