Benediktinerabtei Maria Laach hat einen neuen Oberen
Pater Petrus Nowack zum Prior-Administrator für drei Jahre ernannt

Benediktinerabtei Maria Laach hat einen neuen Oberen

Seit 2014 kriselte es an der Spitze der berühmten Abtei Maria Laach in der Eifel. Erst Anfang Mai dieses Jahres war die Wahl einer neuen Leitung gescheitert. Jetzt hat das Kloster wieder einen Oberen – zunächst für drei Jahre.

Glees - 18.06.2019

Das Benediktinerkloster Maria Laach in der Eifel hat einen neuen Oberen. Mit der Zustimmung des Kongregationsrats wurde Pater Petrus Nowack (62) zum Prior-Administrator für drei Jahre ernannt, wie die Abtei in der Eifelgemeinde Glees am Montag mitteilte. "Mit Pater Petrus wurde ein hauseigener Oberer berufen, der bereits in den vergangenen Jahren intensiv in die Leitung der Abtei eingebunden war", sagte der Abtpräses der Beuroner Benediktinerkongregation, Pater Albert Schmidt.

Pater Petrus ist seit 1975 Mönch in Maria Laach. Lange Jahre hat er als Sekretär, Prior und Subprior das Kloster unterstützt. Er wurde 1956 geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf. Er studierte katholische Theologie in Trier sowie Salzburg und wurde im 1983 zum Priester geweiht.

Nachdem der bisherige Administrator Andreas Werner Ende April in sein Heimatkloster Gerleve zurückgekehrt war, kam es im Mai bei der Wahl eines Oberen zu keinem Ergebnis. Warum kein neuer Abt gewählt wurde, teilten die Mönche nicht mit. Dem Vernehmen nach ist die zukünftige Ausrichtung der Abtei umstritten. Ungeklärt ist die Frage, ob sich das Kloster weiter öffnen soll, etwa für Touristen, oder ob sich die Gemeinschaft wieder stärker auf das zurückgezogene klösterliche Leben konzentrieren wird.

Führungskrise seit 2014

Im Jahr 2014 hatte in Maria Laach eine Führungskrise begonnen, als der damalige Abt Benedikt Müntnich nicht wiedergewählt wurde. Nachdem Pater Albert Sieger das Kloster zwei Jahre lang als Administrator geführt hatte, kam im Mai 2016 Pater Andreas aus dem Münsterland an den Laacher See. Er gab an, dass es bereits seit Jahren Spannungen im Kloster gab und beklagte eine Vereinzelung der Mönche. Im Dezember vergangenen Jahres sagte er in einem Interview, dass die Gemeinschaft ihre Differenzen mittlerweile überwunden habe. Man habe ihn gebeten, als Abt zu kandidieren. Das lehnte er jedoch mit Verweis auf sein Alter ab und kehrte in sein Stammkloster zurück. Seitdem war Subprior Pater Petrus bereits kommissarischer Leiter.

Jetzt habe Abtpräses Schmidt gemeinsam mit dem Kongregationsrat entschieden, Pater Petrus mit der Leitung zu beauftragen, teilte das Kloster mit. "Wir wissen um den Wunsch vieler Außenstehender, dass es wieder einen Abt an der Spitze der Gemeinschaft geben solle", betonte der Abtpräses. Die Leitung erst einmal für drei Jahre zu vergeben, sei ein nicht unübliches Vorgehen. Zusätzlich ernannte der Abtpräses mit Abt Franziskus Heereman einen Visitator für die Abtei. Der frühere Abt in Neuburg bei Heidelberg werde in der nächsten Zeit die Gemeinschaft begleiten.

Die Benediktinerabtei am Laacher See in der Vulkaneifel wurde 1093 gegründet, jedoch im Zuge der Säkularisation 1802 aufgelöst. 1892 erfolgte die Wiederbesiedlung durch Benediktinermönche aus der Erzabtei Beuron. Dem Kloster gehören derzeit rund 30 Benediktiner an. Die 12 mittelständischen Betriebe von Maria Laach, darunter Klosterverlag, Buchhandlung, Keramikmanufaktur, Klostergärtnerei, Seehotel und Hofladen, haben rund 250 Angestellte. (tmg/KNA)