Neuaufnahme war vor einem Jahr gestoppt worden

Erstmals nach Bischofsmord: Kopten nehmen wieder Ordensleute auf

Aktualisiert am 06.08.2019  –  Lesedauer: 

Kairo ‐ Vor einem Jahr war Abt-Bischof Epiphanios brutal mit einer Metallstange erschlagen worden: Als Konsequenz stoppten koptische Klöster die Aufnahme weiterer Ordensleute vollständig – bis jetzt.

  • Teilen:

In Ägypten öffnen koptische Klöster wieder ihre Türen für junge Menschen, die Mönche werden wollen. Das berichtete das Nachrichtenportal "Vatican News" (Montag). Vor einem Jahr hatte die koptisch-orthodoxe Kirche die Neuaufnahme von Ordensleuten an den Klöstern gestoppt. Die Maßnahme war Teil eines drastischen Zwölf-Punkte-Pakets als Reaktion auf die Ermordung des Abt-Bischofs des Makarios-Klosters im ägyptischen Wadi al-Natrun, Bischof Anba Epiphanios.

Der Leichnam des Abts war am 29. Juli 2018 in dem Wüstenkloster nordwestlich von Kairo aufgefunden worden. Er wurde mit einer Metallstange erschlagen, als er auf dem Weg zur Kirche war. Für den Mord hat die ägyptische Justiz zwei Mönche des Klosters verurteilt und die Todesstrafe verhängt.

Trauma für ägyptische Kirche

Das Verbrechen traumatisierte die koptische Kirche in Ägypten. Wenige Tage nach der Ermordung von Epiphanios legte das Komitee für die Klöster der koptisch-orthodoxen Heiligen Synode zwölf Regeln fest, die sich an alle koptischen Ordensleute richten. Demnach stoppten Klöster die Aufnahme von neuen Ordensmitgliedern für ein Jahr. Ebenso wurden Zugangszeiten von Besuchern und Pilgern zu den Klöstern strenger geregelt. Koptische Mönche und Nonnen wurden gebeten, ihre persönlichen Konten und alle auf den Sozialen Medien verwalteten Blogs zu schließen, um keine "verwirrten Ideen" zu verbreiten und Personenkult zu fördern, wie es hieß.

Das koptisch-orthodoxe Kloster des heiligen Makarios des Großen liegt in der Sketischen Wüste zwischen Kairo und Alexandria. Es wurde im 4. Jahrhundert vom heiligen Makarios von Ägypten gegründet und ist seither ununterbrochen bewohnt. Epiphanios war 1984 in das Kloster eingetreten und 2002 zum Priester geweiht worden. Dem Kloster stand er seit 2013 als Abt vor. Im selben Jahr wurde er auch zum Bischof geweiht. Er zählte zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der koptischen Kirche. Als Forscher und Wissenschaftler arbeitete er an der Übersetzung mehrerer Bücher der Bibel vom Griechischen ins Arabische mit. (tmg/KNA)