Die Kirchensteuereinnahmen der katholischen Kirche in Deutschland sind 2018 erneut leicht gestiegen. Trotz sinkender Mitgliederzahl gab es mit 6,643 Milliarden Euro ein neues Rekordhoch, wie aus der am Donnerstag von der Bischofskonferenz in Bonn veröffentlichten Broschüre "Katholische Kirche in Deutschland - Zahlen und Fakten 2018/19" hervorgeht. 2017 hatte die katholische Kirche 6,427 Milliarden Euro Kirchensteuern verzeichnet.
Hauptgrund für den Trend ist die positive Lage am deutschen Arbeitsmarkt und der damit verbundene Anstieg der Lohn- und Einkommensteuer. Millionen von Mitgliedern der evangelischen wie der katholischen Kirche zahlen einen Mitgliedsbeitrag an ihre Kirchen, der als Kirchensteuer bezeichnet wird. Die Höhe orientiert sich am Lohn oder Einkommen des Mitglieds und beläuft sich je nach Bundesland auf acht oder neun Prozent der gezahlten Lohn- oder Einkommensteuer.
Anstieg auch bei Protestanten
Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte Mitte Juli ihre Zahlen mitgeteilt: 2018 stiegen die Einnahmen leicht um 2,1 Prozent auf 5,790 Milliarden Euro an (2017: 5,671 Milliarden Euro). Einige evangelische Landeskirchen erheben außerdem ein geringfügiges Kirchgeld von Gemeindemitgliedern, die nicht steuerpflichtig sind. Im ländlichen Raum werden vereinzelt Beiträge als Zuschlag zur Grundsteuer erhoben. Dieses Aufkommen betrug 2018 laut EKD bundesweit rund 30,1 Millionen Euro und ist in der Gesamtsumme der Kirchensteuer einbezogen.
In Deutschland ist die Kirchensteuer eine gesetzlich festgelegte Abgabe der Kirchenmitglieder, sofern diese steuerpflichtig sind. Sie wird über das Finanzamt eingezogen und an die Kirchen weitergegeben. Der Staat erhält dafür etwa drei Prozent des Steuereinkommens. Die Kirchensteuer ist die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Kirchen.
Eine von den beiden Kirchen im Mai veröffentlichte Studie der Universität Freiburg ergab die Prognose, dass sich die Kirchensteuereinnahmen bis 2060 in etwa halbieren. Wenn die Analysen zutreffen, werden in 40 Jahren noch 29 Prozent der deutschen Bevölkerung einer der großen Kirchen angehören; derzeit sind es 53,2 Prozent. Die Zahl der Kirchenmitglieder in Deutschland sank 2018 um 700.000 auf 44,14 Millionen. Die Austrittszahlen liegen bei den evangelischen Landeskirchen mit 220.000 weiterhin höher als bei der katholischen Kirche mit 216.078. (tmg/KNA)
DBK-Arbeitshilfe
Die 80-seitige Arbeitshilfe "Katholische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten 2018/19" finden Sie hier.
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