Lisa Kötters Frauenbild Nr. 1 zeigt Maria mit zugeklebtem Mund
Weitere Initiative der Frauen-Protestbewegung

Zugeklebte Münder: "Maria 2.0" gibt es jetzt als Wanderausstellung

Die Frauen-Protestbewegung "Maria 2.0" macht wieder von sich reden: Nach dem "Kirchenstreik" im Mai folgt nun eine Wanderausstellung, die durch ganz Deutschland ziehen und auf die kirchlichen Reformanliegen aufmerksam machen soll.

Bad Schwalbach - 09.08.2019

Im hessischen Bad Schwalbach ist am Donnerstagabend eine Wanderausstellung der Protestbewegung Maria 2.0 eröffnet worden. Elisabeth Kötter, freischaffende Künstlerin und Mitinitiatorin von Maria 2.0, zeigt 94 etwa handtellergroße und 2 großformatige Porträts: Die Gemälde stellen Mitstreiterinnen, Familienmitglieder oder in der katholischen Kirche engagierte Menschen dar, allesamt mit zugeklebtem Mund.

Die Botschaft der Kunstwerke, so Kötter: "Wir Frauen wollen in unserer Kirche mitentscheiden. Wir wollen nicht weiter schweigen." Die Frauen wollten sich "nicht mehr sagen lassen, wir sollen geduldig sein und uns über kleine Fortschritte freuen".

"Kirchenstreik"

Die Initiative Maria 2.0 entstand aus einem Lesekreis in der Münsteraner Gemeinde Heilig Kreuz. Im Mai machte die Bewegung mit einem "Kirchenstreik" von Tausenden Frauen bundesweit von sich reden. Sie betraten eine Woche lang an Hunderten Orten in Deutschland kein Gotteshaus und verrichteten keine ehrenamtlichen Dienste, um damit gegen eine männerdominierte Kirche zu demonstrieren. Aus Sicht der Initiatorinnen ist es bereits "fünf nach zwölf für dringende Veränderungen". Neben mehr Beteiligung und Rechten in der katholischen Kirche fordert die Initiative den Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern. Die deutschen Bischöfe hatten sich unterschiedlich zum Kirchenstreik positioniert. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode etwa zeigte einerseits Verständnis für die Anliegen der Initiative. Andererseits kritisierte er wie auch Münsters Bischof Felix Genn den Boykott der Eucharistiefeier. Scharfe Kritik gab es vom emeritierten Augsburger Bischof Konrad Zdarsa.

Die Ausstellung ist in Bad Schwalbach im "Bistro Kirch1" als erster Station bis 3. September zu sehen. Die Schau soll durch Vorträge, öffentliche Gespräche und Aktionen ergänzt werden. Anschließend soll die Ausstellung in Aachen und dann in weiteren Städten in Deutschland gezeigt werden. (tmg/KNA)