Bischof Georg Bätzing
Limburger Bischof fürchtet Spaltung

Bätzing: Segensfeiern für Homosexuelle "im Moment" nicht möglich

"Wenn der Bischof Georg sagt, in Limburg gibt es Segensfeiern für Homosexuelle, dann gibt es morgen den Bischof Georg nicht mehr": Limburgs Oberhirte Georg Bätzing nennt seine Gründe, momentan keine Schwulen und Lesben zu segnen.

Frankfurt - 23.08.2019

Der Limburger Bischof Georg Bätzing hält Segensfeiern für homosexuelle Paare derzeit nicht für möglich. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitag) berichtete, antwortete Bätzing bei einer Diskussionsveranstaltung im hessischen Oestrich-Winkel auf die Frage, ob er bereit sei, Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare zu veranstalten: "Das kann ich im Moment nicht tun." Er ergänzte, dass diese Frage im Bistum diskutiert werde.

Spaltung vermeiden

Bätzing begründete seine Ansicht damit, dass Segensfeiern für schwule oder lesbische Paare der Haltung seiner Kirche widersprächen. "Wenn der Bischof Georg sagt, in Limburg gibt es Segensfeiern für Homosexuelle, dann gibt es morgen den Bischof Georg nicht mehr, weil der Heilige Vater sagt, dass der Bischof nicht mehr die Verbindung zur Kirche hat", so Bätzing laut FAZ. Eine solche Spaltung wolle er vermeiden.

Bätzing äußerte sich bei einem Dialogforum der katholischen Kirche im Rheingau, zu dem rund 80 Personen gekommen waren. Veranstalter waren die Pfarreien Sankt Peter und Paul sowie Heilig Kreuz gemeinsam mit dem katholischen Bezirksbüro Rheingau und der Erwachsenenbildung Wiesbaden-Untertaunus. Das Dialogforum stand unter dem Motto "Mehr, als du siehst. Kirche. Wohin?"

Vor einer Woche hatte der emeritierte Münsteraner Weihbischof Dieter Geerlings die Segnung homosexueller Paare befürwortet. "Es ist meine persönliche Meinung, dass die Kirche gleichgeschlechtliche Partnerschaften segnen kann", sagte Geerlings. Als erster deutscher Bischof hatte der Osnabrücker Franz-Josef Bode Anfang vergangenen Jahres dafür plädiert, eine Diskussion über die Segnung anzuregen. "Wir müssen in der Kirche ausführlicher darüber diskutieren. Schweigen und Tabuisieren führt nicht weiter und verunsichert", so Bode damals. (tmg/KNA)