Gegendarstellung
Betreff: Meldung vom 28. August 2019

Gegendarstellung

Die Redaktion hatte am 28. August eine Meldung über einen Priester des Erzbistums Bamberg veröffentlicht. Der betroffene Geistliche fordert nun eine Gegendarstellung, die wir hiermit publizieren.

Bonn/München - 03.09.2019

Gegendarstellung

Im Internetauftritt katholisch.de wird in dem Artikel mit der Überschrift "Erzbistum Bamberg: Priester nach Zölibatsbruch wieder im Dienst" behauptet, ich sei suspendiert worden bzw. im vergangenen Jahr von Erzbischof Schick "aller kirchlichen Ämter" enthoben worden. Ich bin niemals irgend eines kirchlichen Amtes enthoben worden. Vielmehr wurde ich für den 10.04.2018 ohne jede Angabe zum Gesprächsinhalt von der Diözese zu einem Gespräch geladen, mit Vorwürfen konfrontiert und unter Anwendung psychischen Drucks und unter Ausnutzung meiner völligen Überraschung dazu gedrängt und dazu gebracht, einen schriftlichen Verzicht auf die Pfarrstelle in Bamberg abzugeben. In dem Artikel wird die Pressesprecherin der Erzdiözese Bamberg mit einer Aussage zitiert, ich hätte eine "ausgiebige Supervision" wahrgenommen und sei "therapeutisch begleitet" worden. Diese Behauptung ist unwahr. Richtig ist, dass ich mich der Aufforderung des Erzbischofs zu einer nach meiner Auffassung nicht gebotenen Therapie widersetzt habe und ich ein Coaching absolviert habe. Des Weiteren wird die Pressesprecherin dahin gehend zitiert, im Rahmen der Supervision sei empfohlen worden, mir wieder einen Auftrag als Seelsorger zu erteilen. Richtig ist, dass in einem Abschlussgespräch der Coach äußerte, dass gegen meinen Einsatz in der Seelsorge keine Bedenken bestünden, was er mir schon zu Beginn des Coachings mitgeteilt hatte. In dem Artikel wird behauptet, ich sei „nach Zölibatsbruch“ wieder im Dienst bzw. sei suspendiert worden, "weil ich den Zölibat gebrochen hatte". Des Weiteren wird unter Berufung auf eine Pressemitteilung des Bistum Bambergs behauptet, ich habe mich schwerer Verfehlungen gegen kirchliche Vorschriften im Hinblick auf "das sechste Gebot (Ehebruch) und den priesterlichen Zölibat" schuldig gemacht, ich habe die Verwürfe eingeräumt und mich in ein Kloster zurückgezogen. Richtig ist, dass ich niemals Ehebruch begangen oder gegen den priesterlichen Zölibat verstoßen habe. Ich habe auch zu keinem Zeitpunkt gegenüber wem auch immer eine Verfehlung gegen die o.g. kirchlichen Vorschriften eingeräumt und habe mich auch nicht in ein Kloster zurückgezogen. Vielmehr hat der Erzbischof von Bamberg mich verpflichtet, das Kloster aufzusuchen.

Anton Heinz

Hinweis der Redaktion:

Die Redaktion ist zum Abdruck der Gegendarstellung verpflichtet. Herr Heinz hat laut Angaben des Erzbistums Bamberg in dem Punkt Recht, dass es einen Amtsverzicht samt öffentlichem Zelebrationsverbot, aber keine Amtsenthebung gegeben hat. Darin sei die ursprüngliche Mitteilung der Erzdiözese fehlerhaft gewesen. Gleichzeitig erklärt das Erzbistum Bamberg, dass in keiner Weise psychischer Druck von der Bistumsleitung angewendet worden sei. "In einem Gespräch zu dritt wurde der Betroffene zu den damaligen Medienberichten und den betreffenden Beweismaterialien angehört. Er erklärte daraufhin schriftlich den Verzicht auf sein kirchliches Amt. Weitere Maßnahmen wurden besprochen und getroffen", heißt es.