Initiative "Maria 2.0"
Würzburger Generalvikar begleitet den Prozess

Nach Eklat: "Maria 2.0" und Pfarrer wollen gemeinsame Aufarbeitung

Im August hatte es im Bistum Würzburg "tumultartige Szenen" gegeben: Ein Pfarrer verwies "Maria 2.0"-Aktivistinnen aus der Kirche und ließ die Messe ausfallen. Nun nimmt sich der Generalkvikar der Sache an.

Würzburg/Forst - 06.09.2019

Nach dem Eklat um die Aktion Maria 2.0 Mitte August in einer fränkischen Kirchengemeinde ist der Würzburger Generalvikar Thomas Keßler seinem Vermittlungsangebot nachgekommen. Wie die Pressestelle des Bistums am Donnerstag mitteilte, führte er in den vergangenen Tagen Gespräche mit Andreas Heck, dem Pfarrer der Pfarreiengemeinschaften "Sankt Sebastian am Main, Schonungen" und "Maria Königin vom Kolben, Marktsteinach". Auch mit dem Leitungsteam des Zweigverein Forst des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) traf Keßler zusammen.

Laut Mitteilung wurde deutlich, dass beiden Seiten an einer Aufarbeitung der Vorkommnisse gelegen ist. Ziel sei es, wieder ein gemeinsames Miteinander in der Gemeinde zu finden. Hierzu werde der Generalvikar die Gemeindeberatung der Diözese zur Unterstützung beauftragen und diesen Weg selbst begleiten. "Mir ist sehr daran gelegen, dass die Gemeinde wieder zueinanderfindet", sagte Keßler. Die Pfarrei Sankt Godehard Forst, wo sich die Ereignisse zutrugen, gehört zur Pfarreiengemeinschaft Schonungen.

Auseinandersetzungen Mitte August

Am 14. August war es dort zu einer Auseinandersetzung zwischen Reformerinnen und dem Pfarrer gekommen. Der Priester habe einer der Frauen ein Redemanuskript entrissen, sie angeschrien und aufgefordert, mit ihrer Gruppe die Kirche noch vor Beginn des Gottesdienstes zu verlassen. Gabi Gressel, die örtliche Vorsitzende des KDFB sprach damals von "tumultartigen Szenen".

Pfarrer Andreas Heck schilderte später der "Main-Post", er sei von der Veranstaltung des Frauenbundes während des Gottesdienstes "völlig überrumpelt" worden. Niemand habe mit ihm vorher gesprochen, "und dann wusste ich einfach nicht mehr weiter". Die Frauen wollten "nur Unruhe stiften". Ihm tue der Vorgang trotzdem leid. "Und es tut mir auch sehr weh", fügte der Geistliche hinzu. (KNA)