Ausblick auf den Petersplatz von der Kuppel des Petersdomes.
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Zweiseitige Selbstverpflichtung in Rom unterzeichnet

Bischöfe aus dem Amazonasgebiet schließen neuen Katakombenpakt

54 Jahre nach dem ersten Katakombenpakt haben Bischöfe aus dem Amazonasgebiet am Sonntag in der römischen Domitilla-Katakombe einen "Pakt für das gemeinsame Haus" geschlossen. Das Papier beinhaltet mehrere Selbstverpflichtungen.

Rom - 20.10.2019

Mit einem "Pakt für das gemeinsame Haus" haben sich am Sonntagmorgen in Rom mehr als 40 Bischöfe aus dem Amazonasgebiet zum Schutz der südamerikanischen Region und seiner Bewohner, einer respektvollen Verkündigung des Evangeliums und einem einfachen Lebensstil verpflichtet. Am Ende eines Gottesdienstes in der am Stadtrand gelegenen Domitilla-Katakombe unterzeichneten die Bischöfe und zwei Kardinäle die gut zweiseitige Selbstverpflichtung. Damit knüpften sie an einen ersten Katakombenpakt an, mit dem sich im November 1965 am selben Ort gut 40 lateinamerikanische und einige europäische Bischöfe zu einer Kirche der Armen verpflichtet hatten.

An dem Gottesdienst unter Leitung des brasilianischen Kardinals Claudio Hummes nahmen insgesamt rund 150 Gläubige teil, darunter etliche Priester und Ordensfrauen sowie indigene Vertreter. In seiner Predigt betonte Hummes, wichtig seien das persönlich gelebte Zeugnis jedes Einzelnen für Christus und das Volk wie auch das Gebet füreinander, insbesondere die Menschen Amazoniens.

Verpflichtung zur Ökumene und einer synodalen Kirche

In dem Katakombenpakt selbst verpflichten sich die Bischöfe unter anderem zu einer "integralen Ökologie" und dem Schutz des amazonischen Regenwaldes in Verpflichtung gegenüber dem Bund Gottes mit seiner ganzen Schöpfung. Sie erneuern ihre "vorrangige Option für die Armen, vor allem unter den Indigenen", verschreiben sich dem Einsatz gegen jede Form von Gewalt, verpflichten sich zur Ökumene und einer synodalen Kirche, in der alle Getauften sich mit ihrem Anliegen und Stärken einbringen können. Insbesondere der vielfältige Einsatz und Dienst von Frauen, die Gemeinschaften in Amazonien leiten, müsse anerkannt werden. Daher wollen die Bischöfe Frauen, die eine Dorfgemeinschaft und Gemeinde de facto leiten, "mit angemessenen Diensten und Ämtern stärken".

Darüber hinaus wollen die Bischöfe sich stärker dafür einsetzen, dass die katholische Kirche vor Ort präsenter ist und "das Recht der Gemeinden auf den Tisch des Wortes und den Tisch der Eucharistie verwirklicht ist". Schließlich verpflichten sich die Kirchenführer "angesichts der Konsum-Lawine zu einem "frohen, nüchternen und einfachen Lebensstil an der Seite der Menschen, die wenig oder nichts haben". (KNA)