Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode
Aufdeckung von Missbrauch an Ordensfrauen erst am Anfang

Bischof Bode: Gewalt gegen Frauen betrifft auch die Kirche

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat mehr Aufarbeitung der Gewalt an Frauen angemahnt. Aus den Erfahrungen mit Missbrauch an Frauen in Kirche und Orden ergäben sich Konsequenzen.

Osnabrück - 23.11.2019

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen hat der katholische Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück) seine Kirche aufgefordert, das Thema stärker aufzugreifen. Über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen zu sprechen sei richtig, "aber wir spüren auch, wie wichtig es ist, die weltweite und auch in unserem Land zu findende Gewalt gegen Frauen zu thematisieren", sagte Bode als Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) am Samstag in Bonn: "Gewalt gegen Frauen betrifft auch die Kirche. Wir stellen uns dieser Frage und werden handeln."

Bode, der auch der Unterkommission "Frauen in der Kirche" vorsteht, verwies auf "Konsequenzen", die sich aus den Erfahrungen mit Missbrauch an Frauen in Kirche und Orden ergäben, nannte aber keine Einzelheiten. Eine katholische Fachtagung hatte sich bereits im September mit dem Thema auseinandergesetzt. Ein Forschungsprojekt der Theologie-Professorin Ute Leimgruber zu Gewalt an Frauen in kirchlichen Kontexten soll im kommenden Jahr in Regensburg starten. Auch ist nach Angaben der DBK für 2020 ein Bischofswort geplant.

Besonders Ordensfrauen aus Afrika oder Indien gefährdet

"Bei der Aufdeckung von Missbrauch an Ordensfrauen stehen wir erst am Anfang", erklärte der Essener Weihbischof Ludger Schepers, Mitglied der Unterkommission Frauen und Sprecher der Ordensreferentenkonferenz. Besonders Ordensfrauen aus Afrika oder Indien seien gefährdet und bedürften einer besonderen Aufmerksamkeit, da sie möglicherweise Missbrauchserfahrungen aus ihren Herkunftsländern mitbrächten und auch in Deutschland weiteren Übergriffen ausgesetzt sein könnten.

Im von katholischen Bischöfen und Laien verantworteten "synodalen Weg" soll es ab dem 1. Dezember ebenfalls um Themen wie Machtstrukturen und Sexualmoral sowie um das Zölibat der Priester gehen. Der Gesprächsprozess soll zwei Jahre dauern. (epd)