Blick über Würzburg.
Bischof will rechtsextremen Vorfällen auf den Grund gehen und

Priesterseminar: Bistum setzt Kommission ein

Bistum Würzburg - Würzburgs Bischof Friedhelm Hofmann hat Pauschalvorwürfe gegen das Priesterseminar in seinem Bistum zurückgewiesen. Zugleich kündigte er am Freitag an, eine externe Kommission einzusetzen, die die Vorwürfe prüfen soll. Gegebenenfalls werde man Konsequenzen ziehen. In den vergangenen Tagen hatten Berichte über mutmaßliche rechtsextreme Zwischenfälle im Seminar für Schlagzeilen gesorgt.

Würzburg - 31.05.2013

Am Donnerstag hatte ein weiteres Gespräch im Bischofshaus stattgefunden, um die erhobenen Vorwürfe zu klären, teilte das Bistum mit. Anwesend waren neben Bischof Hofmann und Würzburgs Generalvikar Karl Hillenbrand das Seminarkollegium sowie einige Seminaristen.

"Die Seminaristen erklärten, dass es keine Feier im Keller des Priesterseminars am 20. April gegeben habe, die im Zusammenhang mit dem Hitlergeburtstag gestanden hätte", schreibt Hofmann in seiner Stellungnahme.

Fragwürdiger Konzertbesuch

Allerdings sei eingeräumt worden, dass bei einem Zusammentreffen von drei Studenten ein Judenwitz erzählt wurde. "Dies ist nicht entschuldbar", so Hofmann. Ebenso stimme es, dass ein Seminarist ein Konzert der Band "Frei.Wild" besucht hat, ohne die Hausleitung über die Problematik dieser Gruppe zu informieren. Der aus Südtirol stammenden Band wird rechtsradikales Gedankengut vorgeworfen.

Im Seminar leben derzeit 18 Seminaristen. Zehn von ihnen kommen aus der Erzdiözese Bamberg, acht aus dem Bistum Würzburg. Die beiden Bistümer kooperieren seit einigen Jahren in der Priesterausbildung.

Der Regens hatte Anfang der Woche die nun vom Bischof bestätigten Vorwürfe in einem Brief eingeräumt. Außerdem hatte er angekündigt, die Studenten würden mit ihm eine Selbstverpflichtung gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus formulieren.

Bereits am 14. Mai stellte er zudem in einer "Instructio" klar, dass Judenfeindlichkeit und diskriminierende Aussagen und Handlungen gegenüber Ausländern nicht dem christlichen Menschenbild entsprächen und "unkatholisch" seien. Vor einer Woche hatte der Generalvikar in einem Brief deutlich gemacht, dass das Erzählen von Judenwitzen und Zusammenkünfte, die an Nazirituale erinnern, nicht toleriert würden. (meu/KNA)