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Standpunkt

Die Corona-Krise ist für Christen eine Chance

Für Christen ist es ein harter Schlag, dass sie nun nicht mehr den Gottesdienst besuchen können. Doch während der Corona-Krise kommen sie nicht nur auf spirituelle Ideen. Pater Max Cappabianca sieht deshalb eine wichtige Chance in dieser Zeit.

Von Pater Max Cappabianca |  Bonn - 19.03.2020

Dass die Gläubigen sich nicht mehr zu Gottesdiensten versammeln dürfen, ist ein harter Schlag. Christinnen und Christen teilen damit das Schicksal aller ihrer Mitbürger. Das schmerzt. Die Osterfeiern ohne Menschen als Streaming aus Rom oder der eigenen Gemeinde sind kaum vorstellbar, aber so wird es wohl kommen!

Wird das der Kirche den Todesstoß versetzen? Wohl kaum. Im Gegenteil. Schon jetzt ist es faszinierend zu sehen, wie viele Ideen und Initiativen die Gemeinden entwickeln – über das löbliche Streamen von Messen und Andachten hinaus: ein Corona-Seelsorgetelefon, Gebetsgruppen im Chat, nachbarschaftliche Hilfen für Ältere, Angelusgebet… Auch die Mitglieder der Studierendengemeinde in Berlin werden kreativ und überlegen schon, wie man unter diesen Umständen Ostern feiern kann. 

Dazu kommt noch das unverhoffte Geschenk zusätzlicher Zeit. Bibelstudium, Gebet, Innehaltenkönnen… So wichtig Gottesdienste und Gemeindeleben sind: Diese besondere "liturgische Fastenzeit" wird Aspekte unserer christlichen Praxis fördern und fordern, die sonst vielleicht unterbelichtet sind, wie zum Beispiel private Gebetsformen oder das Leben aus der Heiligen Schrift. Corona ist eine Katastrophe! Aber sie ist genauso eine Chance unser Christsein neu und anders zu entdecken!

Von Pater Max Cappabianca

Der Autor

Der Dominikaner Max Cappabianca ist Leiter der Katholischen Studierendengemeinde Hl. Edith Stein in Berlin.

Hinweis

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