Erzdiözese Freiburg hält an Plänen zu Strukturreform fest
Zahl der einzelnen Pfarreien soll stark reduziert werden

Erzdiözese Freiburg hält an Plänen zu Strukturreform fest

Auch im Erzbistum Freiburg steht eine Strukturreform an. Künftig könnte es nur noch etwa 40 Großpfarreien geben. "Es geht uns um die Neuausrichtung unserer seelsorglichen Arbeit, die wir brauchen", betont Erzbischof Stephan Burger.

Freiburg - 14.07.2020

Das Erzbistum Freiburg hält an seinen Zukunftsplanungen im Rahmen des Projekts "Kirchenentwicklung 2030" fest. Das Projekt sei die passende Antwort auf aktuelle Herausforderungen wie sinkende Kirchenmitgliedszahlen und erwartete Kirchensteuerrückgänge, sagte Erzbischof Stephan Burger am Dienstag in Freiburg. "Es geht uns um die Neuausrichtung unserer seelsorglichen Arbeit, die wir brauchen."

Ein zentrales Anliegen der geplanten Strukturveränderungen ist es, die Zahl der einzelnen Pfarreien stark zu reduzieren. Derzeit ist die Diözese mit etwa 1,8 Millionen Katholiken in 224 Seelsorgeeinheiten mit 1.000 Pfarreien gegliedert. Ab 2025 könnten es nur noch etwa 40 Großpfarreien sein. In Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim könnte es dann beispielsweise jeweils nur noch eine Pfarrei als Dach über allen kirchlichen Aktivitäten geben.

Angebote stärker auf Zielgruppen ausrichten

Zu den Überlegungen zählt zudem, neue Angebote nicht mehr auf Basis der Pfarreien, sondern stärker ausgerichtet für einzelne Zielgruppen anzubieten – also beispielsweise Zentren für Familien oder Senioren zu schaffen. Auch das soziale und caritative Engagement soll enger mit dem kirchlichen Leben vor Ort vernetzt werden.

Die Beratungen sollen bei der wegen Corona um ein Jahr auf März 2022 verschobenen zentralen Konferenz von Kirchenmitarbeitern, ehrenamtlich Engagierten und Priestern ("Diözesan-Pastoralkonferenz") zusammengeführt werden.

Ähnliche Strukturdebatten gibt es auch in anderen Bistümern. Das Bistum Trier hatte im Zuge einer Diözesansynode die Schaffung von 35 Großpfarreien beschlossen, die von einem gleichberechtigt arbeitenden Team aus einem Pfarrer und Laien geleitet werden sollten. Nach einem Eingreifen des Vatikan muss das Bistum die vorgesehene Reform in wesentlichen Punkten verändern. Geplant werde nun mit mehren und kleineren Pfarreien. Zusätzlich soll die Leitungsfunktion von Priestern in der Gemeinde stärker betont werden. Die römischen Behörden kritisierten an der angedachten Pfarreienstruktur vor allem die Rolle des Pfarrers als Teil eines Leitungsteams mit Laien und die Stellung der anderen Priester. (mal/KNA)