Auch der Sprecher des Limburger Priesterrats, Pfarrer Reinhold Kalteier, und die Präsidentin der Limburger Diözesanversammlung, Ingeborg Schillai, könnten es sich "nicht" oder nur "sehr schwer" vorstellen, dass Tebartz-van Elst im Amt bleibe.
Domdekan Geis nannte die Entwicklung besonders schmerzlich, da der Beginn der Amtszeit von Tebartz-van Elst zunächst "hoffnungsvoll" gewesen sei. Tebartz-van Elst sei keineswegs von Rom geschickt, sondern vom Domkapitel gewählt worden, so Geis. "Wir kannten ihn von seinen Publikationen, nicht aber als Persönlichkeit." Bereits am 2. September habe er dem Bischof mitgeteilt, dass das Vertrauen in die Amtsführung "irreparabel zerstört" sei, so Geis.
Bislang kein Treffen von Tebartz-van Elst mit Papst Franziskus
Die oberste Laienvertreterin Schillai hält unterdessen die weiteren Untersuchungen zum Bau der neuen Bischofsresidenz auf dem Limburger Domberg für weniger entscheidend bei der Frage nach personellen Konsequenzen. Das Ergebnis der vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, eingesetzten Prüfungskommission "hilft uns nicht weiter", so Schillai. Vielmehr müsse Papst Franziskus nun entscheiden, was zu passieren habe.
Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Blickpunkt der Medien.
Tebartz-van Elst hat unterdessen im Vatikan unter anderem mit dem Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, Gespräche geführt. Eine Audienz bei Papst Franziskus hat der Limburger Bischof dagegen noch nicht bekommen. Auch am Samstag vermerkte das Bulletin des Vatikan kein Treffen von Franziskus mit dem Bischof. Unklar ist derweil, ob sich Tebartz-van Elst, der am Sonntag nach Rom geflogen war, überhaupt noch in der Stadt aufhält. Von der Pressestelle des Bistums Limburg war dazu nach Angaben der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zunächst nichts zu erfahren.
Bischof steht unter Druck
Tebartz-van Elst steht unter anderem wegen der enorm gestiegenen Kosten für den Neubau des Diözesanen Zentrums in Limburg unter Druck. Zudem hat die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen Falschaussage gegen ihn beantragt. Dabei geht es um Aussagen des Geistlichen wegen eines Erste-Klasse-Flugs nach Indien.
Der Architekt des Diözesanen Zentrums, Michael Frielinghaus, wies die Vorwürfe von Geldverschwendung und luxuriöserer Bauweise unterdessen zurück. Es habe "keine Kostenexplosion" gegeben und auch der Begriff "Protzbau" treffe nicht zu, so Frielinghaus am Freitag in der ZDF-Sendung "aspekte". Zugleich nahm Frielinghaus, der auch Präsident des Bundes deutscher Architekten ist, Bischof Tebartz-van Elst in Schutz. "Wir haben einen klugen Menschen erlebt, der zuhören kann", erklärte der Architekt. Die Kommunikation des Bistums über die Kosten und den Baufortschritt des Diözesanen Zentrums sei allerdings "fatal". (stz/dpa/KNA)